Ich glaube ich werde durchfallen….

Allgemeine Fragen zum Jurastudium (Anforderungen, Ablauf etc.)

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errorinpersona
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Beitrag von errorinpersona »

Hallo zusammen,
ich würde gerne eure ehrliche Meinung hören. In fünf Monaten steht mein erstes Staatsexamen an, und ich habe momentan große Schwierigkeiten mit den Klausuren. Oft komme ich nicht rechtzeitig fertig, und wenn ich es doch schaffe, bleibt häufig eine Aufgabe offen oder ich musste einiges aus meiner Lösungsskizze streichen. Leider passieren mir auch öfter Leichtsinnsfehler, die durch Zeitdruck entstehen, oder ich bleibe an unwichtigen Punkten hängen.
Mittlerweile mache ich mir wirklich Sorgen, dass ich das nicht mehr rechtzeitig hinbekomme. Ich habe erst spät mit dem Üben für die Klausuren angefangen und bekomme jetzt die Folgen zu spüren. Ein Jahr Repetitorium habe ich bereits hinter mir, jedoch bin ich nicht dazu gekommen, alle relevanten Themen und Karteikarten noch zu lernen. Deswegen fehlt mir auch noch einiges an Wissen.
Mein Plan ist, jetzt in den nächsten Monaten zwei Klausuren pro Woche unter realen Bedingungen zu schreiben und eine weitere zu gliedern, wenn ich die Zeit finde.
Habt ihr Tipps oder Empfehlungen, wie ich mich noch besser auf das Examen vorbereiten kann, damit ich es mit ausreichend Sicherheit bestehen kann? Was würdet ihr mir raten, um das Examen nicht zu knapp zu bestehen?
Ich freue mich über jeden Rat und danke euch schon mal im Voraus!
Gürteltier
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Beitrag von Gürteltier »

Wirst du denn den “liegen gebliebenen” Stoff noch irgendwie lernen/wiederholen? Die Frage nach der Zahl der Probeklausuren ist sehr individuell - ich habe relativ wenige geschrieben und bin gut damit gefahren. So oder so wirst du aber nicht allein mit Probeklausuren alle Themen abdecken - insbesondere ein systematisches Verständnis der zentralen Themen ist auch neben der Klausurarbeit notwendig, weil man sonst bspw. nicht die Spielarten oder Variationen eines Rechtsproblems erkennt.

Alles natürlich nur meine Meinung :)
Julia
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Beitrag von Julia »

Wichtig wäre auch eine Analyse, warum du nicht fertig wirst. Nimmst du dir zu viel Zeit für die Lösungsskizze oder, und das ist nach meiner Erfahrung das häufigere Problem, passt die Zeiteinteilung beim Schreiben, dh die Schwerpunktsetzung nicht? Es steht außer Frage, dass es Rennfahrerklausuren gibt, bei denen es super schwer ist, annähernd fertig zu werden; wenn das aber ein systematisches Problem ist, musst du da einen Weg finden. Ich kenne gerade im Strafrecht einige Professor*innen, die sagen, dass 4 Punkte nur noch schwer erreichbar sind, wenn ein ganzer (nicht völlig überschaubarer) Tatkomplex fehlt.
Gürteltier
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Beitrag von Gürteltier »

Mir ist noch etwas eingefallen zum Aspekt “zu lange an unwichtigen Stellen aufhalten”: Das ist ja immer DAS Problem, das auch jeder schon mal hatte und das ist mE eines der zentralen Probleme bei Jura. Das passiert einem immer dann, wenn man nicht komplett im Thema ist, weil der Gesetzeswortlaut nunmal nicht immer passt. Häufig passiert das, wenn man noch nicht genug Beispielsfälle zu einer Norm durchdacht hat.

Ich finde es hierbei am besten, wenn man die klassischen Anwendungsfälle von Normen kennenlernt und sich sozusagen ein Leitbild vom Tatbestand klar macht; dann merkt man beim zu bearbeitenden Fall, ob etwas atypisch ist und dann weiß man auch direkt, ob etwas im vorliegenden Fall “problematisch” ist oder eben nicht. Dann kann man auch mal mit etwas Bauchgefühl etwas kurz abhandeln, wenn man zwar weiß, “das passt schon irgendwie, aber so richtig begründen kann ich es nicht”. Normalerweise sollte man das Letztgenannte ja nie machen, weil man mit so einem Vorgang ja oft die Punkte für die Auseinandersetzung mit dem Problem verschenkt. Aber manchmal ist etwas eben auch nur für einen selbst aufgrund der eigenen “Unwissenheit” ein Problem :drinking: .

(Wie gesagt: Jeder hat seine blinden Flecken, das passiert jedem mal. Aber bei den klassischen Themen sollte es idealerweise nicht passieren, das “kommt nicht so gut” an.)

Aber das ist eigentlich echt insgesamt das Schwierigste und sozusagen eine Meta-Aufgabe in der Vorbereitung. Umso besser das Systemverständnis, umso besser gelingt auch der Blick fürs immer beschworene “Wesentliche”.
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