Das ist natürlich ein krasses Ergebnis aber ich finde die Schlussfolgerungen die daraus gezogen werden und insgesamt eine Menge der Aussagen der Reformbefürworter wirklich nur peinlich. Beispiele:
Aus dem Jurios Artikel:
Vor allem im Staatsexamen hängt von der Note (leider noch immer) die berufliche Zukunft der Studierenden ab. Wer die 4 Punkte nicht schafft, steht mit Ende 20 ohne Abschluss da.
Ja und? Von was sonst soll denn die berufliche Zukunft abhängen? Dass man eine leistungsangemessenere Benotung will ist verständlich und richtig, aber warum soll denn die Note dann nicht ausschlaggebend sein? Die Anzahl an Leuten, die zweimal in Folge durchfallen, ist wirklich gering und allein die Tatsache, dass überhaupt jemand durchfällt kann ja nun auch kein eigenständiges Problem sein.
Auf Twitter gibt es einige Posts, die darin eine Bestätigung jahrelanger Vermutungen über die Examensbenotung sehen und zugleich bemängeln, dass Leute diese Studie nicht für bahnbrechend halten wäre in dem mangelnden Empirieverständnis der Juristen begründet. Ich zitiere/verlinke mal nicht, ist vielleicht doch unschön, sich auf Einzelpersonen einzuschiessen.
Was soll das heissen? SHKs und WissMits, die pro Klausur (oder als AG-Leiter an mancher Uni für die Korrektur überhaupt nicht) bezahlt werden und über überschaubare Korrekturerfahrung verfügen, produzieren durchwachsene Korrekturergebnisse. Das ist an sich schlimm genug, denn unbedeutend sind Zwischenprüfungs- und Schwerpunktklausuren ja auch nicht. Aber das sagt ja nun wirklich noch nichts über das Staatsexamen, das zwei bzw. sogar drei mal korrigiert wird, aus. Klar legt das Vermutungen nahe und so weiter und sofort aber jemanden, der mir erzählen will, dass bestätige irgendwelche Annahmen über die Examensbenotung, kann ich nicht ernst nehmen.
Insgesamt stört mich die Blase irgendwie. Ich finde die Anliegen im Kern fast alle richtig, insbesondere blinde Zweitkorrektur müsste mMn längst überall Standard sein. Aber das ganze wirkt auf mich irgendwie wie ein einziges Rumgeheule und es täte dem Anliegen vielleicht besser, nicht in jeder Bestätigung eines Missstandes den Beweis dafür zu sehen, dass jede böse Vermutung, die man schon immer hatte, der objektiven reinen Wahrheit entspricht. Würde vielleicht auch helfen, wenn die Leute, die das lautstark vertreten, dabei einfach ein bisschen weniger wie schlechte Verlierer wirken.


