Vorstellung: Software zum Umgang mit der E-Akte | XJustiz-Viewer

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digidigital
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Beitrag von digidigital »

Hallo zusammen,

ich stelle seit 2022 unter anderem einen XJustiz-Viewer kostenlos als Open Source Software zur Verfügung und muss immer wieder feststellen, dass der Bekanntheitsgrad in Fachkreisen noch immer gering, der Frust mit E-Akte und XJustiz-Nachrichten jedoch unvermindert groß ist. Wenn ich die Möglichkeit bekomme, die Software auf Fortbildungsveranstaltungen vorzustellen, ist das Feedback meistens recht positiv - zumal die Software in der Regel unter Windows, Linux (und mit Fachkenntnissen) macOS läuft.

Detaillierte Infos zu den unten vorgestellten Programmen dokumentiere ich auch auf YouTube in meiner unter Playlist zum elektronischen Rechtsverkehr, Xjustiz, usw.: https://www.youtube.com/@digidigital-de/playlists

Ein Geschäftsmodell liegt meinen Anwendungen bisher nicht zugrunde. Ich nutze die Anwendungen auch im beruflichen Kontext und bin ein Verfechter der Free and Open Source Software Philosophie. Nutzen und Verteilen der Software kostet nichts - "Sonderanfertigungen", die Implementierung von Fachverfahren oder ausgiebige Schulungen würde ich vermutlich berechnen.

openXJV - XJustiz & E-Aktenviewer
openXJV ist ein klassischer Aktenbetrachter, der die E-Akte in einer aufgeräumten Oberfläche darstellt. Die Inhalte lassen sich anhand der Metadaten filtern, Dokumente mit Text lassen sich durchsuchen, nicht-durchsuchbare Dokumente können durch eine Texterkennung geschickt, Favoriten gesetzt und Akten(-auszüge) in einem Gesamtdokument nach PDF exportiert werden.
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Infos und Download unter https://openxjv.de

XJustiz2PDF - E-Aktenkonvertierung nach PDF
Wer sich nicht mit der "digitalen" Arbeit mit dem Aktenviewer anfreunden kann, kann auch auf die Aktenkonvertierung nach PDF zurückgreifen.
Die Struktur der E-Akte wird im Inhaltsverzeichnis der PDF-Akte abgebildet. alternativ kann die struktur auch aufgelöst und nach Veraktungsdatum sortiert werden.
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Infos und Download unter: https://xjustiz2pdf.digidigital.de

Schwärzen und Weißen von PDF-Dokumenten
CoverUP wandelt bild- und textbasierte PDF-Dokumente (analog zum Einscannen von Papierpost) in bildbasierte PDFs um und legt schwarze oder weiße Balken über sensible Textpassagen.
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Infos und Download unter: https://coverup.digidigital.de

Ich freue mich über euer Feedback

Viel Spaß beim Ausprobieren
🙋‍♂️ Björn
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Ara
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Beitrag von Ara »

Hallo Björn,

ich nutz deinen OpenXJV schon seit einigen Monaten, da an die "offizielle" Xjustiz-Software wohl nur mit Mühen heranzukommen ist und ansonsten die E-Akten, gerade im Strafrecht, völlig unbenutzbar sind. Von daher ein großes Danke.

Es ist aber beschämend, dass sowas tatsächlich als Ein-Mann-Open-Source-Projekt betrieben werden muss und die Anwaltschaft bzw. die RAKs es nicht geschafft hat eine eigene Software, gerne ebenfalls open source, auf die Beine zu stellen, um die E-Akte der Anwaltschaft zugänglich zu machen.

Viele Kollegen nutzen leider MacOS und sind technisch nicht versiert genug, um das Python-Skript laufen zu lassen. Vielleicht wäre das noch eine Baustelle für die Zukunft.

Ansonsten aber vielen Dank für deine Arbeit.

Ara
Die von der Klägerin vertretene Auffassung, die Beeinträchtigung des Wohngebrauchs sei durch das Zumauern der Fenster nur unwesentlich beeinträchtigt, ist so unverständlich, dass es nicht weiter kommentiert werden soll. - AG Tiergarten 606 C 598/11
digidigital
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Beitrag von digidigital »

Hallo Ara,

vielen Dank für dein Feedback.

Bezüglich macOS gestaltet sich die Thematik etwas schwierig. Seit mein alter Mac Mini nicht mehr unterstützt wird, verfüge ich über kein Apple-Gerät mehr. Um Apps in den Store zu bringen benötigt man zudem einen kostenpflichtigen Entwickleraccount, ein kostenpflichtiges Entwicklerzertifikat und die App muss bestimmten Vorgaben folgen. Hinzu kommen noch die Kosten für die Hardware und die zu investierende Lebenszeit. Es wäre dann noch immer nicht sichergestellt, dass Apple die Anwendung akzeptiert. ::roll: Da mein Altruismus dann doch nicht sooo weit geht und sich bisher kein Sponsor für die oben genannten Dinge gefunden hat, bleibt die manuelle Installation über Python für macOS wohl vorerst das Mittel der Wahl.
Da die Anwendung selbst kostenlos ist, kann man aber auch gut 30 Minuten in externen Support für die Installationsunterstützung investieren ;)

Nach meinem Kenntnisstand entwickelt die BRAK gerade eine Art Aktenviewer, der wohl in Richtung XJustiz2PDF geht.
Gürteltier
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Beitrag von Gürteltier »

Es ist ja durchaus üblich, dass Mac-Versionen von Apps deshalb einen kleinen Betrag kosten - würde mir vorstellen, dass das bei den jeweiligen Berufsträgern bis zu einer gewissen Schmerzgrenze absolut Wurst wäre.

Aber das ginge eventuell bisschen gegen den gesamten Spirit des Projekts, oder?
digidigital
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Beitrag von digidigital »

Ich glaube, es liegt ein Missverständnis bezüglich des Free and Open Source Konzepts vor.

Die Software ist kostenlos erhältlich und kann auch kostenlos genutzt werden. openXJV könnte problemlos von RA-Micro oder Wolters Kluwer zur Anzeige von E-Akten eingesetzt werden, ohne dass dafür Lizenzgebühren fällig wären. Ebenso ist es möglich, den Quelltext zu übernehmen und selbst weiterzuentwickeln – sei es durch Anpassung der Oberfläche, das Hinzufügen von Funktionen oder durch die vollständige Ersetzung des technischen Unterbaus (auf einer professionellen Basis) unter Beibehaltung des Konzepts. Die einzige Voraussetzung ist, dass den Nutzern weiterhin die gleichen Rechte gemäß der GPLv3-Lizenz eingeräumt werden.

Vorteile: Das Rad müsste nicht immer wieder neu erfunden werden und jeder kann prüfen, was "unter der Motorhaube" passiert.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Entwicklung der Software kostenlos ist. Es spricht nichts dagegen, individuelle Anpassungen, Schulungen oder Installationsunterstützung zu beauftragen und dafür zu bezahlen.

Gegen den Geist von Open Source würde es allerdings verstoßen, wenn solche Anpassungen ausschließlich dem zahlenden Kunden zugutekämen. Denn das hieße, von den Investitionen früherer „Sponsoren“ zu profitieren, ohne selbst einen Beitrag für die Nutzerschaft leisten zu wollen.

Jens Kutschke hat z. B. mit https://j-lawyer.org ein ganz "normales" Geschäftsmodell rund um seine Open Source Anwaltssoftware aufgebaut.

Die RAK Berlin hatte mal einen Open Source-Ansatz für das beA gefordert: https://www.rak-berlin.de/aktuelles/di ... 22_aufruf/
Dem ist man nach meinem Kenntnisstand nicht nachgekommen, nutzt aber selbst fleißig Open Source Komponenten in der Client Security: https://handbuch.bea-brak.de/einrichtun ... edingungen
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