Ich weiß gar nicht wohin mit mir. Ich habe im Sommer 2024 das erste mal Examen geschrieben, schriftlich 5,78 und mündlich 6 geholt. (damit 5,83). Damals habe ich kaum Probeklausuren geschrieben und bin auch ein halbes Jahr davor durch jeder Prüfung im Probeexamen gefallen.
Habe dann Verbesserungsversuch im Sommer 2025 geschrieben, weil ich dachte diesmal überwinde ich meine Faulheit und schreibe Probeklausuren. Habe ich natürlich wieder nicht gemacht und im Endeffekt vielleicht vier Wochen vor dem Versuch mir die JI - Karteikarten angeschaut. Das wars aber mit der "Vorbereitung". Lief dann dementsprechend auch nicht gut habe schriftlich 4,66 geholt. Mündliche steht noch aus.
Parallel Schwerpunkt geschrieben. Habe auch dort versucht meine Seminararbeit zu verbessern (habe ja nur einen Punkt mehr gebraucht). Habe auch das nicht geschafft. Jedes mal die selbe Note: Klausur 8 und in beiden Seminararbeiten 8.
Ich bin auf der einen Seite schwer enttäuscht von mir, dass ich so faul bin auf der anderen Seite so frustriert, dass ich mit 6,48 PT so denkbar knapp am befriedigend gescheitert bin, trotz der ganzen Verbesserungsversuche.
Jetzt meine zwei Fragen: Wie schaffe ich es in der Mündlichen 8,33 NP zu holen (das brauche ich) bzw. ist das überhaupt möglich? Wie soll ich mental damit umgehen? Soll ich mir den Stress wirklich machen mit der Gefahr (wahrscheinlich zu 90 %), dass es nicht klappt und ich weiter in meinen Selbsthass komme?
Meine zweite Frage: Ich bin seit November schon im Referendariat und habe große Probleme, weil mir der Stoff zu schwer ist und ich durch das wenige Lernen für das 1. Stex keine Grundlagen habe. Wie schaffe ich das jetzt aufzubauen und mein 2. Stex erfolgreich abzuschließen?
Was ist die beste Lernstrategie für einen Mensch mit (wahrscheinlich ADHS) und Legasthenie. Bisher nur Legasthenie diagnostiziert, aber dem Prüfungsamt nie mitgeteilt?
Und kann ich das "ausreichend" im zweiten Stex noch ausbügeln oder bleibt mein eher schlechtes 1. Stex ein ewiger Makel?
ich weiß, das ist alles bisschen durcheinander und verwirrend aber ich brauche irgendwie außenstehenden Rat, insbesondere ob ich mich wirklich wieder zur mündlichen Prüfung quälen sollte.
Mit 6,48 NP im ersten Examen am befriedigend trotz Verbesserungsversuches gescheitert - absoluter Selbstzweifel
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Lenz7777
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Konkret kann dir vermutlich niemand einen für dich passenden Ratschlag geben, wenn es um deine Rückstände geht. Aber eines kann man denke ich schon sagen: An deiner Stelle würde ich versuchen das erste Examen abzuhaken und dich nicht daran zu bemessen.
Gute Noten kann man aus meiner Sicht nicht wirklich forcieren, sondern kommen von allein, wenn man sich auf die richtigen Dinge konzentriert: Die gute Note ist nicht das Ziel, sondern jeden Tag, an dem du dich mit Jura befasst versuchst du es zu begreifen.
Würde daher versuchen das zweite Examen nun als neue Chance zu begreifen. So bin ich es angegangen; das hat mir geholfen nicht den Stoff einfach zu konsumieren. In den Fällen, in denen ich das so gemacht habe, habe ich es nicht behalten. Psychologisch hat es mir fürs erste Examen auch sehr geholfen, dass ich jede Prüfung als einen Teilabschnitt betrachtet habe, der mir eine Chance gegeben hat mein Bestes zu geben. Im Geiste bin ich dann immer über "unterschiedliche" Hängebrücken gelaufen. Viele gehen die Prüfungen ja so an als wäre das eine Gesamtheit und projizieren es auf die gesamte Prüfungseinheit. Das ist aus meiner Sicht völlig verkehrt. An einem Tag bist du gut drauf und löst die Klausur gut und an dem anderen funktioniert nichts wirklich. Du hast damit unter Strich mehrere Chancen es gut zu machen und es liegt an dir dich vor allem mental zu stabilisieren. Das kann dir gelingen, indem du jetzt den Weg wie andere auch gehst. Ich kenne einige, die mit nicht so guten Examina dennoch ganz gut waren. Wenn der Schnitt im schriftlichen Teil ohnehin recht tief ist, glaube es sind 5,8 oder so, dann weiß man ja wie viel die mündliche Prüfung dann noch ausmacht. Macht eine gute mündliche Prüfung jetzt das Examen erheblich besser? Das muss jeder selbst wissen.
Zum anderen spricht es ja trotz deiner beschriebenen Beeinträchtigungen bei geringem Lernaufwand ja auch für dich und deine Fähigkeiten. Und wenn es so war, wie du es beschrieben hast, dann hast du vor allem den notwendigen Biss.
Was die Noten anbetrifft: Unter Berücksichtigung künftiger Entwicklungen werden die Noten in vielen Bereichen sicher etwas an Bedeutung verlieren. Den Grund dafür erkenne ich darin, dass man es sich schlichtweg nicht mehr leisten kann. Im Übrigen gab es ja neulich auch eine Studie, die sagte, dass die wohl meist vergebene Einzelpunktzahl im Ersten bei 2 Punkten liegt (über 16000 Klausuren). Die Unterschiede in den Abweichungen zusätzlich noch ausgeklammert. Die Klausuren würden daneben auch noch länger und insgesamt hat die Stoffmenge wohl auch erheblich zugenommen. Und wenn ich Examensreport oder so verfolge: Ich bin froh, dass ich meinen Durchgang hatte und nicht den im Monat darauf. Das ist insgesamt auch unberechenbar, was da mittlerweile abgefragt wird.
Unabhängig davon: An deiner Stelle würde ich meinen Selbstwert nicht an deinen Noten bemessen. Konzentriere dich jetzt auf die nächste Etappe und dann wirst du schon sehen, was es wird. Irgendwas wird es schon werden.
Gute Noten kann man aus meiner Sicht nicht wirklich forcieren, sondern kommen von allein, wenn man sich auf die richtigen Dinge konzentriert: Die gute Note ist nicht das Ziel, sondern jeden Tag, an dem du dich mit Jura befasst versuchst du es zu begreifen.
Würde daher versuchen das zweite Examen nun als neue Chance zu begreifen. So bin ich es angegangen; das hat mir geholfen nicht den Stoff einfach zu konsumieren. In den Fällen, in denen ich das so gemacht habe, habe ich es nicht behalten. Psychologisch hat es mir fürs erste Examen auch sehr geholfen, dass ich jede Prüfung als einen Teilabschnitt betrachtet habe, der mir eine Chance gegeben hat mein Bestes zu geben. Im Geiste bin ich dann immer über "unterschiedliche" Hängebrücken gelaufen. Viele gehen die Prüfungen ja so an als wäre das eine Gesamtheit und projizieren es auf die gesamte Prüfungseinheit. Das ist aus meiner Sicht völlig verkehrt. An einem Tag bist du gut drauf und löst die Klausur gut und an dem anderen funktioniert nichts wirklich. Du hast damit unter Strich mehrere Chancen es gut zu machen und es liegt an dir dich vor allem mental zu stabilisieren. Das kann dir gelingen, indem du jetzt den Weg wie andere auch gehst. Ich kenne einige, die mit nicht so guten Examina dennoch ganz gut waren. Wenn der Schnitt im schriftlichen Teil ohnehin recht tief ist, glaube es sind 5,8 oder so, dann weiß man ja wie viel die mündliche Prüfung dann noch ausmacht. Macht eine gute mündliche Prüfung jetzt das Examen erheblich besser? Das muss jeder selbst wissen.
Zum anderen spricht es ja trotz deiner beschriebenen Beeinträchtigungen bei geringem Lernaufwand ja auch für dich und deine Fähigkeiten. Und wenn es so war, wie du es beschrieben hast, dann hast du vor allem den notwendigen Biss.
Was die Noten anbetrifft: Unter Berücksichtigung künftiger Entwicklungen werden die Noten in vielen Bereichen sicher etwas an Bedeutung verlieren. Den Grund dafür erkenne ich darin, dass man es sich schlichtweg nicht mehr leisten kann. Im Übrigen gab es ja neulich auch eine Studie, die sagte, dass die wohl meist vergebene Einzelpunktzahl im Ersten bei 2 Punkten liegt (über 16000 Klausuren). Die Unterschiede in den Abweichungen zusätzlich noch ausgeklammert. Die Klausuren würden daneben auch noch länger und insgesamt hat die Stoffmenge wohl auch erheblich zugenommen. Und wenn ich Examensreport oder so verfolge: Ich bin froh, dass ich meinen Durchgang hatte und nicht den im Monat darauf. Das ist insgesamt auch unberechenbar, was da mittlerweile abgefragt wird.
Unabhängig davon: An deiner Stelle würde ich meinen Selbstwert nicht an deinen Noten bemessen. Konzentriere dich jetzt auf die nächste Etappe und dann wirst du schon sehen, was es wird. Irgendwas wird es schon werden.
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Grundlagencrack
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Zugegeben, meine Erfahrungswerte sind etwas älteren Datums, aber die meisten Leute, die ich kenne, haben sich in der mündlichen Prüfung verbessert. Gleiches gilt für mich selbst. Also ist es keineswegs unmöglich, das von Dir anvisierte Ziel zu erreichen.