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KMR
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Bei Joshuas Antiamerikanismus ist immer wieder faszinierend so zu tun als würden nur die USA das machen und als sei das historisch nicht immer schon so gewesen. Selbst zur Zeit der Volksstämme haben diese eben die Territorien anderer erobert oder Bündnisse im eigenen Interesse geschlossen, Intrigen usw. Es gab die Kreuzzüge etc. Russland betreibt genau das gleiche, was du den USA vorwirfst (Georgien, Moldau, Ukraine, andere ehem. SSR, Afrika).
Dass Europa und insbesondere Deutschland in den letzten Jahrzehnten einen anderen Weg gegangen ist und den Schutz des einen und die Rohstoffe des anderen genuckelt hat, ist wohl schlichtweg ein europäisches Problem. Viele "schwache" Staaten sind sehr interessiert entweder einer Zusammenarbeit mit den USA oder mit Russland, weil sie auch wissen, dass das mit einer Art Schutz einhergeht. Siehe beispielsweise Jordanien, Israel...
Im Übrigen sind auch in den USA viele Kriege auf Kritik gestoßen, auch im Kongress, und werden als Fehler bezeichnet. Das ist auch kein neueres Phänomen.
Die Frage ist nicht, wer macht "nichts, was verwerflich ist". Die Frage ist, mit wessen Wertesystem kann ich mich identifizieren und dessen Allianz anschließen. Die US-Allianz im weiteren Sinne hat ein deutlich zu bevorzugendes Wertesystem als die RUS/CN-Allianz.
Dass Europa und insbesondere Deutschland in den letzten Jahrzehnten einen anderen Weg gegangen ist und den Schutz des einen und die Rohstoffe des anderen genuckelt hat, ist wohl schlichtweg ein europäisches Problem. Viele "schwache" Staaten sind sehr interessiert entweder einer Zusammenarbeit mit den USA oder mit Russland, weil sie auch wissen, dass das mit einer Art Schutz einhergeht. Siehe beispielsweise Jordanien, Israel...
Im Übrigen sind auch in den USA viele Kriege auf Kritik gestoßen, auch im Kongress, und werden als Fehler bezeichnet. Das ist auch kein neueres Phänomen.
Die Frage ist nicht, wer macht "nichts, was verwerflich ist". Die Frage ist, mit wessen Wertesystem kann ich mich identifizieren und dessen Allianz anschließen. Die US-Allianz im weiteren Sinne hat ein deutlich zu bevorzugendes Wertesystem als die RUS/CN-Allianz.
- Schnitte
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Haben sie das mit uns, also Deutschland, und Japan ab 1945 nicht genau so gemacht, und zwar durchaus mit Erfolg?Joshua hat geschrieben: Mittwoch 14. Januar 2026, 15:18 Und dass der Einsatz militärischer Gewalt, um „Schurkenstaaten“ durch westlich geprägte Demokratien zu ersetzen, nie funktioniert hat und nie funktionieren wird, ist überdeutlich;
"Das Vertragsrecht der Bundesrepublik Deutschland und die gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten, die Erfüllung von Verträgen zu erzwingen…verstoßen nicht gegen göttliches Recht."
--- Offizialat Freiburg, NJW 1994, 3375 (Leitsatz der Redaktion)
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Joshua
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Deutschland ist ein so grottenschlechtes Beispiel... Die USA „brachten“ die Demokratie doch nicht in ein völlig geschichtsloses Vakuum. Deutschland hatte bereits eigene demokratische Traditionen, an die nach 1945 angeknüpft wurde: Paulskirche (1848): Der erste Versuch einer nationalen demokratischen Verfassung in Deutschland; Weimarer Republik (1918–1933): Die erste funktionierende deutsche Demokratie, die u.a. jedoch durch wirtschaftliche Not scheitert; die lange Tradition der Aufklärung, die konstitutionellen Monarchien, die Demokratisierungsbewegungen bereits im Vormärz 1815 ff. Von daher: Absurd, und das weißt du genau!Schnitte hat geschrieben: Mittwoch 14. Januar 2026, 16:28Haben sie das mit uns, also Deutschland, und Japan ab 1945 nicht genau so gemacht, und zwar durchaus mit Erfolg?Joshua hat geschrieben: Mittwoch 14. Januar 2026, 15:18 Und dass der Einsatz militärischer Gewalt, um „Schurkenstaaten“ durch westlich geprägte Demokratien zu ersetzen, nie funktioniert hat und nie funktionieren wird, ist überdeutlich;
„In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.“
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Gürteltier
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Ähhhh da liegt jetzt ein kleiner, aber feiner Unterschied vor.Schnitte hat geschrieben: Mittwoch 14. Januar 2026, 16:28Haben sie das mit uns, also Deutschland, und Japan ab 1945 nicht genau so gemacht, und zwar durchaus mit Erfolg?Joshua hat geschrieben: Mittwoch 14. Januar 2026, 15:18 Und dass der Einsatz militärischer Gewalt, um „Schurkenstaaten“ durch westlich geprägte Demokratien zu ersetzen, nie funktioniert hat und nie funktionieren wird, ist überdeutlich;
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Gürteltier, schön dass du da bist.
Ich würde jetzt aber noch gern präziser von dir erfahren, was du denn genau unter den von dir genanten "rechten Dog-Whistles" verstehst und wieso du überhaupt in diesem Forum an sowas denkst. Das erschließt sich mir nicht so ganz ehrlich gesagt-
Und wenn es "rechte Dog-Whistles" gibt, gibts dann auch linke?
- Schnitte
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Die demokratische Tradition Deutschlands per 1945 war sicherlich nicht ausgeprägter als die demokratische Tradition Venezuelas per 2026.Joshua hat geschrieben: Mittwoch 14. Januar 2026, 17:16 Deutschland ist ein so grottenschlechtes Beispiel... Die USA „brachten“ die Demokratie doch nicht in ein völlig geschichtsloses Vakuum. Deutschland hatte bereits eigene demokratische Traditionen, an die nach 1945 angeknüpft wurde: Paulskirche (1848): Der erste Versuch einer nationalen demokratischen Verfassung in Deutschland; Weimarer Republik (1918–1933): Die erste funktionierende deutsche Demokratie, die u.a. jedoch durch wirtschaftliche Not scheitert; die lange Tradition der Aufklärung, die konstitutionellen Monarchien, die Demokratisierungsbewegungen bereits im Vormärz 1815 ff. Von daher: Absurd, und das weißt du genau!
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Joshua
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Da werden wir uns nicht einig. Aber das ist vollkommen in Ordnung, Kontroversen gehören zum Diskurs
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Gürteltier
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Venezuela hat aber auch keinen Angriffskrieg begonnen und den wohl schlimmsten Genozid der Menschheitsgeschichte begangen. Sag ich mal so.
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GetMeOut
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Das ist nun schon wieder ein Strohmann-Argument von dir. Es hat hier niemand behauptet, dass das NS-Regime und die Diktatur in Venezuela auf einer vergleichbaren Unrechtsebene stünden. Der Punkt war, ob eine Demokratie durch regime change erfolgreich wiedereingeführt werden kann.Gürteltier hat geschrieben: Donnerstag 15. Januar 2026, 08:21 Venezuela hat aber auch keinen Angriffskrieg begonnen und den wohl schlimmsten Genozid der Menschheitsgeschichte begangen. Sag ich mal so.
Und was soll denn diese schnippische Art ("Sag ich mal so.")?
Auch ich würde i.Ü. schon gerne wissen, was dieses "ständige subtile Bespielen von rechten Dog-Whistles", von dem du gesprochen hast, denn eigentlich ist. Die mehrfach gestellten Fragen dazu zu ignorieren, ist schlechte Debattenkultur.
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Gürteltier
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Es ist doch aber zentral, wenn es um die Frage geht, ob man überhaupt “reingeht” bzw. ob ein Regime change (völkerrechtlich) gerechtfertigt ist. Abgesehen davon waren auch, wenn man sich sehr einseitig nur auf die Effektivität konzentrieren mag, sowohl Japan und Deutschland an einem ganz anderen “Punkt” (verlorener Weltkrieg!), sodass man auch auf dieser Ebene Äpfel mit Birnen vergleicht. Die USA haben sich hier auch nicht “einfach so mal” eingemischt, sondern dem Ganzen ging auch viel voraus. Also sowohl die Fragen des “sollte man eingreifen”, “wie wurde eingegriffen” und “wie effektiv wird es sein” unterscheiden sich für mich auf den ersten Blick. Den ersten Punkt wollte ich mit meinem Post betonen - das war ob der Uhrzeit etwas knapp geworden.
Zu den Hundepfeifen: Wenn ich Zeit hätte, würde ich das jetzt Punkt für Punkt an der Posthistorie darlehen. Ich habe aber gerade aber nicht so die Zeit und beschränke mich erstmal darauf, dass u.a. das Raunen über “die Medien” und das Beschwören einer bestimmen, herrschenden “Ideologie” in diese Richtung gehen.
Zu den Hundepfeifen: Wenn ich Zeit hätte, würde ich das jetzt Punkt für Punkt an der Posthistorie darlehen. Ich habe aber gerade aber nicht so die Zeit und beschränke mich erstmal darauf, dass u.a. das Raunen über “die Medien” und das Beschwören einer bestimmen, herrschenden “Ideologie” in diese Richtung gehen.
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@Gürteltier: Also für Medien- und Ideologiekritik bin ich auch jederzeit zu haben. Da sehe ich nichts Verdächtiges.
Inwiefern der Holocaust wirklich einzigartig ist ("schlimmste Genozid", wie du es sagst) oder ob die Einzigartigkeitsthese wichtige Erkenntnisse für andere Massenverbrechen versperrt, ist in der komparativen Genozidforschung übrigens seit Jahrzehnten umstritten. Das Fass will ich aber lieber nicht öffnen, da dies trotz meiner pro-zionistischen Haltung vielleicht auch als Pfeifen verstanden wird.
Inwiefern der Holocaust wirklich einzigartig ist ("schlimmste Genozid", wie du es sagst) oder ob die Einzigartigkeitsthese wichtige Erkenntnisse für andere Massenverbrechen versperrt, ist in der komparativen Genozidforschung übrigens seit Jahrzehnten umstritten. Das Fass will ich aber lieber nicht öffnen, da dies trotz meiner pro-zionistischen Haltung vielleicht auch als Pfeifen verstanden wird.
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Die Emirate reduzieren die Förderung von Studien in UK wegen der Gefahr der islamistischen (sic!) Radikalisierung und Dschihadismus.
https://www.jpost.com/international/article-882985
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Auf einer Linie mit JD Vance.KMR hat geschrieben: Donnerstag 15. Januar 2026, 10:22 Die Emirate reduzieren die Förderung von Studien in UK wegen der Gefahr der islamistischen (sic!) Radikalisierung und Dschihadismus.
https://www.jpost.com/international/article-882985
Quelle: https://news.sky.com/story/jd-vance-don ... s-13178526"I was talking with a friend recently, and we were talking about one of the big dangers in the world of course is nuclear proliferation, and of course the Biden administration doesn't care about it.
"And I was talking about, you know, what is the first truly Islamist country that will get a nuclear weapon?
"And we were like, 'maybe it is Iran, maybe Pakistan already kind of counts', and then we sort of finally decided maybe it's actually the UK - since Labour just took over."
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Allein dass das der Linie Vances entspricht, ändert ja m.E. nichts an der Aussagekraft selbst. Es bestätigt ja gerade zu manche rechte Verschwörungstheorie, dass islamistische Radikalisierung in Europa stärker auftrete als in der arabischen Welt selbst.GetMeOut hat geschrieben: Donnerstag 15. Januar 2026, 10:44Auf einer Linie mit JD Vance.KMR hat geschrieben: Donnerstag 15. Januar 2026, 10:22 Die Emirate reduzieren die Förderung von Studien in UK wegen der Gefahr der islamistischen (sic!) Radikalisierung und Dschihadismus.
https://www.jpost.com/international/article-882985
Quelle: https://news.sky.com/story/jd-vance-don ... s-13178526"I was talking with a friend recently, and we were talking about one of the big dangers in the world of course is nuclear proliferation, and of course the Biden administration doesn't care about it.
"And I was talking about, you know, what is the first truly Islamist country that will get a nuclear weapon?
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Ich meinte das gar nicht als Entgegnung, sondern wollte bloß aufzeigen, dass sich das Bündnis USA-UAE gerade auf solche Sicherheitsfragen bezieht.
Die Radikalisierung an Hochschulen halte ich allerdings auch für bedenklich. Da müssen wir gar nicht ins Ausland schauen. Hierzulande ist der Antisemitismus an den Unis natürlich etwas anders geprägt, links statt islamistisch, auch wenn sich hier ganz merkwürdige Allianzen auftun.
Die Radikalisierung an Hochschulen halte ich allerdings auch für bedenklich. Da müssen wir gar nicht ins Ausland schauen. Hierzulande ist der Antisemitismus an den Unis natürlich etwas anders geprägt, links statt islamistisch, auch wenn sich hier ganz merkwürdige Allianzen auftun.