Die Gewalt ggü. queeren Menschen (insbesondere schwulen Männern und trans Frauen) steigt meines Wissens nach statistisch signifikant an. Auch auf einem von mir gerne mal frequentierten Medium mit Fokus auf queere Themen häufen sich Berichte über derartige Fälle, die für sich genommen in den “normalen” Medien nur auf Lokalebene relevant sind. Da zeichnet sich leider ein klares Bild und ein klarer Trend ab…GetMeOut hat geschrieben: Donnerstag 15. Januar 2026, 20:16 @FKN: In den letzten Jahren hat sich hier doch erkennbar viel zum Negativen verändert.
"Die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik hat Juden und Homosexuelle zur Vorsicht im öffentlichen Raum aufgerufen. Grundsätzlich gebe es in der Hauptstadt keine sogenannten No-go-Areas, sagte sie der Berliner Zeitung. "Es gibt allerdings Bereiche – und so ehrlich müssen wir an dieser Stelle sein – da würde ich Menschen, die Kippa tragen oder offen schwul oder lesbisch sind, raten, aufmerksamer zu sein", sagte Slowik." (https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitge ... islamismus)
Dass sich Juden und Homosexuelle im öffentlichen Raum teilweise nicht mehr sicher bewegen können, ist eine Schande - ebenso, dass v.a. von links um die Ursachen so herumgetanzt wird. Und dass es dann noch so absurde Bewegungen wie "Queers for Palestine" gibt, ist nun wirklich nicht mehr nachvollziehbar. Zu Letzterem ein passender Kommentar in der taz: https://taz.de/Queere-Palaestinafreunde/!6023769/
Manches muss einfach gemeldet werden
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Ist auch ehrlich; ganz frei ohne Vorbehalte, die ich absolut gar nicht habe; generell.Gürteltier hat geschrieben: Donnerstag 15. Januar 2026, 20:58Ich könne dir eine ellenlange Liste von *offensichtlichen* Fällen von Homophobie geben, die ich so in meinem Leben erlebt habe.FKN993 hat geschrieben: Donnerstag 15. Januar 2026, 19:21 "Ich muss mich nämlich gezwungenermaßen damit mehr oder weniger täglich auf die eine oder andere Art und Weise damit auseinander setzen."
@Gürteltier
Wirst du damit wirklich irgendwie negativ konfrontiert im Alltag? Ich kann mir das kaum vorstellen, dass das heute irgendwie ein Problem ist.
Dann gibt es zudem noch Fälle, in denen das Ganze verdeckter stattfindet, aber dennoch merklich und verletzend ist. Das ist eine komplexe Kategorie - da gibt es Fälle, da bin ich mir relativ sicher, dass es mit einer sehr spezifischen Sinnrichtung gesagt wird; aber es gibt auch die nicht direkt “absichtlich” oder gezielt stattfinden Situationen und dann gibt es auch solche Aussagen, da weiß ich bis heute nicht, was genau dahinter steckte.
Kurzum: Auch wenn das Ganze zwar in der Öffentlichkeit/im Mainstream und vor allem in meinem akademischen Freundeskreis absolut gar kein “ernstes” Thema ist, habe ich damit schon immer wieder zu tun.
Und das unterschlägt noch die “Unsicherheiten” dahingehend, wie unbekannte Leute darauf reagieren oder die Frage, ob ich als generell in meinem gesamten persönlichen Umfeld absolut offen damit umgehender Mensch bspw. im professionellen Umfeld ganz beiläufig bestimmte Dinge erwähnen sollte, weil ich mir unsicher bin, wie das eine Person aufnimmt, bei der ich mir eben nicht aussuchen kann, wie viel Zeit ich mit ihr in näherer Zeit verbringen kann oder von der ich “abhängig”
bin.
Oder die Tatsache, dass irgendjemand auf der Straße sich dazu entscheiden könnte, dir jetzt einfach nur wegen deiner Sexualität eine reinzuhauen (was zum Glück nicht so wahrscheinlich ist - aber das ist nunmal eine Sache, über die ein Großteil der Bevölkerung eben nicht nachdenken muss).
Da ich das als ehrliche Nachfrage empfunden habe, hast du hier eine ehrliche und umfassende Antwort bekommen, die du so “irl” vielleicht nicht so ohne Weiteres bekommen hättest.
Für mich ist es eher unbekannt. Abgesehen von wenigen Ausnahmen ist das Thema so gut wie nie in meiner Wahrnehmung gelandet. Ich weiß nur, dass ich davon keine Vorstellung habe wie die Zustände wirklich sind. Ohne es nun zu wissen, habe ich mir bisher immer gedacht, dass es vergleichsweise in anderen Ländern noch schlechter ins Gesellschaftsbild integriert ist und es bei uns eigentlich ziemlich gut wäre.
Persönlich glaube ich aber, dass es auch darauf ankommt wie man selbst mit dem Thema umgeht. Beispiel: Einer meiner Repititoren war offen homosexuell und auch stolz darauf mit einer leichten Note Selbstironie. Der Typ war super! Also er ging damit mit einer erstaunlichen Leichtigkeit um. Andere wiederum, nicht alle, kommen mir vor als inszenierten sie sich selbst mit ihrer Sexualität als Teil des Minderheitenquartetts. Das ist natürlich überhaupt kein Problem, sondern die Selbstattitüde kann problematisch sein und die steht dann glaube ich im Widerspruch zu den - ich sage mal - allgemeinen gesellschaftlichen Gepflogenheiten.
Also es entsteht dann einfach eine dem Ziel der ganz normalen Integration entgegenstehende negative Wechselwirkung, die dann zur Ausgrenzung führt.
Auf der anderen Seite kann ich mir auch vorstellen, dass es auch daran liegen kann, dass nur die anknüpfend an die "wahrgenommene Andersartigkeit" da auch ein schlechter Effekt entsteht: Meine Vermutung ist die, dass viele schlichtweg Angst haben vor Menschen, die "generell" in in irgendeiner Weise "anders" sind. Anders iSv abweichend vom normalen Durchschnitt.
Auch hier: Der eine verursacht das Gefühl beim anderen oft aus Angst und deswegen empfindet sich der andere als anders und schon wars das mit der Gesellschaft. Angst ist übrigens auch einer der wesentlichen Gründe für Mobbing/Ausgrenzung. Wer jedenfalls das Bedürfnis hat andere so zu behandeln, der erniedrigt sich im Grunde unbewusst selbst. Was meine ich damit: Gewalt gegen Frauen oder auch die generelle Herabwürdigung von Frauen. Sowas gibts ja durchaus. Männer, die um ihren Status fürchten benutzen das. Das mag von außen wie eine Aufwertung erscheinen, aber in Wirklichkeit ist es Angst. Das kannst du auf unzählige Situationen dieser Art übertragen. Damit kann Gewalt gegen Homosexuelle und auch Frauen nicht nur Ausdruck eines fragwürdigen Selbstbildes und auch Gesellschaftsbildes seins, sondern auch eines von fehlendem Selbstbewusstseins sowie Ängstlichkeit. Damit stabilisieren sich manche Menschen.
Analog: Es ist doch auffallend, dass je niedriger der Bildungsstand ist, damit meine ich keinen Status, sondern mehr menschliche und emotionale Reife, umso häufiger findest du sehr extreme Meinungen vor. Und damit meine ich die wirklich extremen der Bomberjackenfraktion; ein Kollektiv von gescheiterten und traurigen Existenzen. Warum führe ich das aus? Das ist die Psychodynamik: Ihr Selbstbild stabilisiert sie. Wenn sie wissen wer der Feind ist und wer die geglaubten Schwachen sind, dann erhöhen sie sich dadurch. Bei den Schwurblern und Freunden der Verschwörungstheorien ist es ähnlich. Wer nichts zu sagen hat, der sucht sich eben wilde Botschaften, die er verbreitet.
Also auch hier eine Verallgemeinerung: Extremismus, welcher Art auch immer, ist vielleicht ein Vehikel von instabilen Psychen.
Lange Rede kurzer Sinn: Sollte dir das Thema je ernsthafte Probleme bereitet haben, dann schau nochmal genauer hin und frag dich, was da für ein Mensch drinsteckt. Ich habe gelernt, dass die Laute oft die Blöden sind. Aus meinem Lieblingskinderbuch: "Und weil Dudley der Dümmste von ihnen war, war er ihr Anführer."
Zurück zu den Bomberjacken. Eines der interessantesten und aufschlussreichsten Bücher, die ich je gelesen habe, habe ich auch schon mehrfach empfohlen und sogar meinem künftigen Schwiegervater zu Weihnachten geschenkt: Der SS-Staat von Eugen Kogon. Das ist online auch als PDF zugänglich: In einem der letzten Kapitel "beschreibt" er in einer unfassbaren "Präzision" diese Psyche, er macht es erklärlich anhand des Weltbildes. Die Antwort für das alles war erstaunlich und erschreckend nüchtern: Kollektiver Narzissmus im psychologischen Sinne durch diese völlig schwachsinnigen Ideale der griechischen Antike. Die SS verstand sich übrigens auch als Orden/Adel.
Ich ende auf dieser Frage: Die interessanteste Frage, die der Holocaust je aufgeworfen hat, war folgende: Wie konnten Menschen zu solchen Dingen in der Lage sein? Seine ernüchternde Antwort: Geltungssucht. Ich glaube, dass das stimmt. Ich weiß nicht wie das heißt, aber es gibt ein Phänomen: Je mehr Komplexität man Dingen zuschreibt, umso mehr sucht man auch nach komplexen Antworten. Ich glaube, dass es wirklich so einfach und traurig ist. So fertig mit meinem Aufsatz.
Zuletzt geändert von FKN993 am Freitag 16. Januar 2026, 12:15, insgesamt 2-mal geändert.
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Bitte nicht mit Absätzen geizen.
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Um an das Thema Angriffe auf Minderheiten anzuschließen: Die taz berichtet mit Klarnamen über mutmaßliches Cyber-Mobbing durch einen Richter (VG-Präsident).
https://taz.de/Hasskommentare-im-Internet/!6142257/
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Ich finde ja amüsant, dass ich mir bereits vor dem Lesen denken konnte, um wen es geht.GetMeOut hat geschrieben: Samstag 17. Januar 2026, 08:39 Um an das Thema Angriffe auf Minderheiten anzuschließen: Die taz berichtet mit Klarnamen über mutmaßliches Cyber-Mobbing durch einen Richter (VG-Präsident).
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Ich hoffe mal, dass du kein Betroffener der Kommentare bist.KMR hat geschrieben: Samstag 17. Januar 2026, 08:51Ich finde ja amüsant, dass ich mir bereits vor dem Lesen denken konnte, um wen es geht.GetMeOut hat geschrieben: Samstag 17. Januar 2026, 08:39 Um an das Thema Angriffe auf Minderheiten anzuschließen: Die taz berichtet mit Klarnamen über mutmaßliches Cyber-Mobbing durch einen Richter (VG-Präsident).
https://taz.de/Hasskommentare-im-Internet/!6142257/
Vielleicht wird die Diskussion um das Mindestalter für Social Media demnächst um ein Höchstalter ergänzt.
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Anknüpfend: Es gibt ja eine neue Idee der Umkehrung desGetMeOut hat geschrieben: Samstag 17. Januar 2026, 08:39 Um an das Thema Angriffe auf Minderheiten anzuschließen: Die taz berichtet mit Klarnamen über mutmaßliches Cyber-Mobbing durch einen Richter (VG-Präsident).
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§ 19 Abs. 2 TDDDG.
(2) Anbieter von digitalen Diensten haben die Nutzung von digitalen Diensten und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist. Der Nutzer von digitalen Diensten ist über diese Möglichkeit zu informieren.
Frage: Anonymität als Bestandteil der Meinungsfreiheit?
OLG Hamm, I-3 U 196/10: "Die für das Internet typische anonyme Nutzung entspricht zudem auch der grundrechtlichen Interessenlage, da eine Beschränkung der Meinungsfreiheit auf Äußerungen, die einem bestimmten Individuum zugerechnet werden, mit Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG nicht vereinbar ist. Die Verpflichtung, sich namentlich zu einer bestimmten Meinung zu bekennen, würde allgemein die Gefahr begründen, dass der Einzelne aus Furcht vor Repressalien oder sonstigen negativen Auswirkungen sich dahingehend entscheidet, seine Meinung nicht zu äußern. Dieser Gefahr der Selbstzensur soll durch das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung entgegen gewirkt werden (BGH, Urteil vom 23.06.2009 – VI ZR 196/08 -, MMR 2009, 608, 612)."
Frage: Nicht machen, oder?
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Pseudonymisierung in der Öffentlichkeit ja. Aber Gewährleistung der Identifizierbarkeit durch die Plattformbetreiber muss schon sein - sonst gehen Rechtsansprüche und Strafrecht völlig ins Leere.
»Ich kenne den Schmerz, den ich hatte, weil ich zweimal die Vorhaut mit dem Reißverschluss mitgenommen habe, so dass dieser - also Reißverschluss - einmal in einer Klinik entfernt werden musste.« - Chefreferendar
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Meine Überlegung wäre: Es ist ja anerkannt, dass aus § 242 BGB oder aus einer vorvertraglichen Pflicht ein Anspruch auf Identitätsfeststellung folgt. Jedenfalls wird der auch bei deliktischen Ansprüchen gewährt, wenn der fragliche Anspruch "dem Grunde nach" besteht. Jedenfalls ist klar, dass es anonyme Verträge im Ergebnis nicht geben kann.
Faktisch ist es aber so, dass bisher überall die Anmeldung anonym möglich ist, indem ich einfach falsche Angaben mache. Selbst, wenn ich mir eine Mailadresse anlege. Nun wäre meine Überlegung, ob man nicht zu den Meldedaten eine Mailadresse angeben muss, die für jeden Vertragsschluss mit Kommunikationsplattformen genutzt werden muss. Die digitalen Dienstleister könnten dann verpflichtet werden diese Adresse zwecks Vertragsschluss zu prüfen, aber in einem verschlüsselten Verfahren. Im Anmeldeprozess könnte dann nur geprüft werden im Rahmen einer Onlineabfrage, ob die Daten stimmen. Also es soll nicht auf eine Identitätsregister hinauslaufen. Die echten Daten sollen wirklich nur dann rausgegeben werden, wenn dann ein berechtigtes Interesse besteht, was man irgendwie nachweisen muss.
Um nun auch der Gefahr von Overblocking oder Selbstzensur zu vermeiden, könnte ein Beitrag dann nur gemeldet werden. Derjenige, der den Beitrag meldet, bekommt dann ein Auszug von dem Beitrag mit dem nur für ihn erkennbaren Pseudonym. Damit kann er dann, wenn er es denn unbedingt möchte, zur Polizei gehen und Strafantrag stellen und diese hat dann die Möglichkeit den Post zuzuordnen.
Wäre das nicht eine Idee? Das würde auch den Plattformbetreiber viel Aufwand ersparen, der durch das NetzDG entstanden ist. Dass, was sie tun müssten, könnte ja dann automatisiert werden.
Oder stimmt hier irgendwas nicht?
Faktisch ist es aber so, dass bisher überall die Anmeldung anonym möglich ist, indem ich einfach falsche Angaben mache. Selbst, wenn ich mir eine Mailadresse anlege. Nun wäre meine Überlegung, ob man nicht zu den Meldedaten eine Mailadresse angeben muss, die für jeden Vertragsschluss mit Kommunikationsplattformen genutzt werden muss. Die digitalen Dienstleister könnten dann verpflichtet werden diese Adresse zwecks Vertragsschluss zu prüfen, aber in einem verschlüsselten Verfahren. Im Anmeldeprozess könnte dann nur geprüft werden im Rahmen einer Onlineabfrage, ob die Daten stimmen. Also es soll nicht auf eine Identitätsregister hinauslaufen. Die echten Daten sollen wirklich nur dann rausgegeben werden, wenn dann ein berechtigtes Interesse besteht, was man irgendwie nachweisen muss.
Um nun auch der Gefahr von Overblocking oder Selbstzensur zu vermeiden, könnte ein Beitrag dann nur gemeldet werden. Derjenige, der den Beitrag meldet, bekommt dann ein Auszug von dem Beitrag mit dem nur für ihn erkennbaren Pseudonym. Damit kann er dann, wenn er es denn unbedingt möchte, zur Polizei gehen und Strafantrag stellen und diese hat dann die Möglichkeit den Post zuzuordnen.
Wäre das nicht eine Idee? Das würde auch den Plattformbetreiber viel Aufwand ersparen, der durch das NetzDG entstanden ist. Dass, was sie tun müssten, könnte ja dann automatisiert werden.
Oder stimmt hier irgendwas nicht?
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ME ist es doch für den hiesigen Fall eher egal, ob man einen Anspruch auf “Anonymität vor dem Staat” hat. Mit so etwas sympathisiere ich an sich schon, vermutlich aufgrund meiner von der Philosophie des “freien Internets” geprägten Jugend… Dass das ganze natürlich zumindest für bestimmte Aspekte nicht gelten kann (Strafrecht, gezielte Schädigungen usw.) erkenne aber selbst ich an.
Hier ist es doch aber anders: Der Postende hat sich in seinem Account ja quasi selbst indentifiziert und der - bei genauem Hinsehen - nicht sehr schwere Identizifizerungsprozess wurde von der Presse einfach nachempfunden. Darüber hinaus ist die Presse auch nicht der Staat, sondern eben ein Privater. Ein Verständnis dieses “Rechts auf Anonymität”, das im Wege der mittelbaren Drittwirkung der Presse ein Berichten über einen nicht mal annähernd wirklich anonym auftretenden Account verbieten würde… ne, sorry. Das sonstige Presserecht gilt ja ohnehin und begrenzt die Berichterstattung in Deutschland schon relativ weitgehend.
Ansonsten ist der Artikel mE ein ganz schönes Beispiel für eine auf den ersten Blick ziemlich solide Verdachtsberichterstattung - Anhörung und Darstellung der Perspektive des Betroffenen, umfassende Darlegung des Verdachts, seiner Basis und der Verdachtsmomente sowie auch potentiell entlastender Aspekte und dies ohne eine eindeutige Vorverurteilung vorzunehmen.
Mal sehen, ob der Herr Vorsitzende mit seiner angekündigten EV Erfolg haben wird…
Hier ist es doch aber anders: Der Postende hat sich in seinem Account ja quasi selbst indentifiziert und der - bei genauem Hinsehen - nicht sehr schwere Identizifizerungsprozess wurde von der Presse einfach nachempfunden. Darüber hinaus ist die Presse auch nicht der Staat, sondern eben ein Privater. Ein Verständnis dieses “Rechts auf Anonymität”, das im Wege der mittelbaren Drittwirkung der Presse ein Berichten über einen nicht mal annähernd wirklich anonym auftretenden Account verbieten würde… ne, sorry. Das sonstige Presserecht gilt ja ohnehin und begrenzt die Berichterstattung in Deutschland schon relativ weitgehend.
Ansonsten ist der Artikel mE ein ganz schönes Beispiel für eine auf den ersten Blick ziemlich solide Verdachtsberichterstattung - Anhörung und Darstellung der Perspektive des Betroffenen, umfassende Darlegung des Verdachts, seiner Basis und der Verdachtsmomente sowie auch potentiell entlastender Aspekte und dies ohne eine eindeutige Vorverurteilung vorzunehmen.
Mal sehen, ob der Herr Vorsitzende mit seiner angekündigten EV Erfolg haben wird…
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https://www.youtube.com/watch?v=qWMcEfTOTSY
Daniel Günther bei Jauch (Lanz war natürlich gemeint) anyone?
Daniel Günther bei Jauch (Lanz war natürlich gemeint) anyone?
Zuletzt geändert von Strich am Sonntag 18. Januar 2026, 19:03, insgesamt 1-mal geändert.
Stehe zu deinen Überzeugungen soweit und solange Logik oder Erfahrung dich nicht widerlegen. Denk daran: Wenn der Kaiser nackt aussieht ist der Kaiser auch nackt ... .
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Ja also ich habe ja tatsächlich die Markus Lanz Sendung gesehen und ich bin da bei der Redaktion von Lanz - aus dem gesamten Gespräch heraus ist extrem klar, was Günther gesagt hat und was nicht. Kurzum: Die Zensur forderte er sicher nicht, sondern einfach ein Social Media Verbot für Leute <14. (Das kann man bewerten, wie man will - aber das war seine Aussage.)Strich hat geschrieben: Sonntag 18. Januar 2026, 12:22 https://www.youtube.com/watch?v=qWMcEfTOTSY
Daniel Günther bei Jauch anyone?
Der Journalist in dem Beitrag ist… interessant. Was er da so in das Parteiprogramm reinliest… naja… steht da für mich nicht drin.
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Melde: Hier von den Tiroler Alpen aus, mit strahlendem Sonnenschein auf den Pisten, sieht die Welt gleich ganz anders aus.
"Das Vertragsrecht der Bundesrepublik Deutschland und die gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten, die Erfüllung von Verträgen zu erzwingen…verstoßen nicht gegen göttliches Recht."
--- Offizialat Freiburg, NJW 1994, 3375 (Leitsatz der Redaktion)
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