Eure Tipps für ein erfolgreiches Referendariat?

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Moderator: Verwaltung

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Blahaj
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Beitrag von Blahaj »

Hallo, ihr Lieben!

Im Mai beginne ich nun endlich mein Referendariat und ich wollte euch fragen, welche Tipps ihr für mich und andere angehende Referendare für ein erfolgreiches Referendariat habt? Wie habt ihr den Spagat zwischen AG, Stationsarbeit und Lernen gemeistert? Wie habt ihr es mit der Wiederholung des materiellen Rechts gemacht? Was hat euch das Leben gerettet und was würdet ihr heute anders machen?

Ich freue mich über jede Antwort!
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GetMeOut
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Beitrag von GetMeOut »

Die Frage ist ziemlich allgemein. Was das Lernen und die Vorbereitung auf das 2. StEx anbelangt, kann man sich ein Rep aber getrost sparen.
Gürteltier
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Beitrag von Gürteltier »

Blahaj hat geschrieben: Freitag 17. April 2026, 22:56 Was hat euch das Leben gerettet (…)
Das Leben nicht komplett um Jura herum zu planen! D.h. trotz intensiver Lernphasen auch einfach mal mit Freunden etwas machen, auf ein Date gehen, mit Nicht-Juristen abhängen usw.

Klingt doof, aber immer, wenn ich in so einem “Lerntunnel” war, war die Motivation und der Spaß am Ref (besonders) niedrig - und dann ist alles andere im Detail auch relativ egal. Also: Einfach irgendwie für ein bisschen Spaß sorgen. Und die AGs sind mit netten Sitznachbarn auch viel aushaltbarer.

Ahja, ist dein Nickname eine Anspielung a das Ikea-Kuscheltier (mit entsprechender popkultureller Bedeutung? ;)
Torsten Kaiser
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Beitrag von Torsten Kaiser »

1. In den ersten Monaten die Zeit genießen, nicht schon ans Examen denken
2. Wirklich auch schauen, welche der praktischen Arbeitsmöglichkeiten, die man sich anschauen kann, zu einem paßt, was man sich später nach dem Examen vorstellen kann (Staatsdienst? freie Wirtschaft? was ganz anderes)
3. Offen sein für neue Freundschaften
4. Die AG-Kollegen nicht als Konkurrenten sehen, sondern als Kameraden sehen
5. Auch wenn es "getmeout" anders sieht: Rechtzeitig in unsere Wochenendkurse kommen (Vorteil: Alle wichtigen Lernpunkte hat man dann zusammen und kann viel schneller anfangen, zu lernen), Dauer-Rep wie zum 1. Examen kann man sich jetzt sparen
6. Sich rechtzeitig einen Lernplan machen, BEVOR man anfängt zu tauchen
7. Fokus auf das materielle Recht legen
8. Viele Übungsklausuren schreiben, um Zeitmanagement, Obersätze, Formulierungen etc. zu trainieren
9. Sich von Rückschlägen nicht runterziehen lassen, "man scheitert sich zum Erfolg"
10. Immer schauen, warum man sich das ganze antunt. Dh, was will man damit nach dem Examen machen? Motivation!!!
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scndbesthand
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Beitrag von scndbesthand »

Statt 5. lieber: 1. Von Anfang an am Ball bleiben, um den Stress am Ende nicht zu haben.

Und:
11. Großzügigste Tauchphasen einplanen.
„Willkommen beim kassenärztlichen Servicecenter. Hinweise zum Datenschutz finden Sie unter ElfSechsElfSieben Punkt DeEh Släsch Datenschutz. Wenn Sie in einer lebensbedrohlichen Situation sind, legen Sie bitte jetzt auf und wählen EinsEinsZwei.“
Torsten Kaiser
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Beitrag von Torsten Kaiser »

Mein Vorschlag zu Nr. 5 geht Hand in Hand mit deinem, beides ergänzt sich wunderbar.

Punkt 11 ist wichtig.
Gürteltier
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Beitrag von Gürteltier »

Torsten Kaiser hat geschrieben: Sonntag 19. April 2026, 10:57 5. Rechtzeitig in unsere Wochenendkurse kommen (Vorteil: Alle wichtigen Lernpunkte hat man dann zusammen und kann viel schneller anfangen, zu lernen)
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Torsten Kaiser
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Beitrag von Torsten Kaiser »

Tja, Gürteltier, viele Refererandarinnen und Referendare empfanden das als er sehr hilfreich. Meine anderen 9 Tipps gelten daneben natürlich fort.
Blahaj
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Beitrag von Blahaj »

Zunächst vielen Dank an euch für eure Tipps!
Gürteltier hat geschrieben: Sonntag 19. April 2026, 00:49 Das Leben nicht komplett um Jura herum zu planen! D.h. trotz intensiver Lernphasen auch einfach mal mit Freunden etwas machen, auf ein Date gehen, mit Nicht-Juristen abhängen usw.

Klingt doof, aber immer, wenn ich in so einem “Lerntunnel” war, war die Motivation und der Spaß am Ref (besonders) niedrig - und dann ist alles andere im Detail auch relativ egal. Also: Einfach irgendwie für ein bisschen Spaß sorgen. Und die AGs sind mit netten Sitznachbarn auch viel aushaltbarer.

Ahja, ist dein Nickname eine Anspielung a das Ikea-Kuscheltier (mit entsprechender popkultureller Bedeutung? ;)
Vor dem 1. Examen fiel es mir sehr leicht, mich von Jura abzulenken, eher ein bisschen zu leicht! :D
Aber trotzdem guter Tipp, schließlich muss man ja AG, Stationsarbeit und Lernen unter einen Hut bekommen und tanzt nicht mehr wie beim 1. Examen nur auf einer Hochzeit.

Und tatsächlich ist mein Nickname eine Anspielung auf das Ikea-Kuscheltier! :D Die popkulturelle Bedeutung ist mir auch bewusst, war aber nicht ausschlaggebend. ^^
Torsten Kaiser hat geschrieben: Sonntag 19. April 2026, 10:57
7. Fokus auf das materielle Recht legen
Bei 7. bin ich noch unschlüssig, wie ich es dann in die Woche integriere. Mein Plan wäre es zunächst, täglich kleine Häppchen mat. Recht zu wiederholen.
scndbesthand hat geschrieben: Montag 20. April 2026, 13:28 Statt 5. lieber: 1. Von Anfang an am Ball bleiben, um den Stress am Ende nicht zu haben.
Ohja! Das war tatsächlich auch mein Plan, denn im Studium habe ich es sehr entspannt angehen lassen, was mir dann in der Examensvorbereitung auf die Füße gefallen ist. ](*,) :D

Hoffe, dass ich das dann wirklich auch so schaffe, wie ich es mir vorgestellt habe! :-({|=
Torsten Kaiser
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Beitrag von Torsten Kaiser »

Ich selber habe auch zu spät angefangen, mich auf das Examen vorzubereiten und viel zu spät damit, vernünftige Übungsklausuren zu schreiben. Von Anfang an stabil dabei sein wäre auch meine Empfehlung, allerdings natürlich in gebotenem Umfang. Die Examensvorbereitung ist ein Marathon, kein Sprint.

Kleine Häppchen, yes!
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