Zugriff auf kritische Anmerkungen bei älteren Urteilen

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Moderator: Verwaltung

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zaze7235
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Beitrag von zaze7235 »

Ich schreibe aktuell meine Masterarbeit im Arbeitsrecht. Jetzt schreibe ich in Bezug auf mein Thema einen kleinen Einschub über die historische Entwicklung der BAG Rechtsprechung. Jetzt habe ich erstmalig das Problem, dass jede bei Beck-Online und Juris zu den Urteilen verlinkte Anmerkung oder Entscheidungsbesprechung bei den älteren Urteilen entweder gar nicht vorhanden ist oder bei Juris oftmals nur im Kurzreferat (Der Autor kritisiert die Entscheidung des BAG ohne weitere Erläuterung). Bis jetzt hatte ich auch bei alten Urteilen nicht das Problem, dass ich mehr oder weniger gar kein Zugriff auf direkte kritische Meinungen zu den Urteilen hatte.
Liegt das in diesem Fall jetzt doch an meinem begrenzten Uni Zugriff auf die Portale oder sind diese Quellen gar nicht Online verfügbar?
In Bezug auf Anmerkungen zu BAG Urteilen aus 1950 und folgend wüsste ich in der Bibliothek nicht einmal wo ich diese konkret suchen würde.

Hat jemand einen Tipp für mich wie ich auf diese Quellen zugreifen kann oder diese finde?
Gürteltier
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Beitrag von Gürteltier »

Für die Anmerkungen gibt es doch idR eine Fundstelle, oder? Anmerkungen erscheinen ja meist in einer Zeitschrift (NJW usw.). Wenn die Zeitung nicht digitalisiert ist bzw. nicht von deinem Zugang umfasst ist -> Printversion finden.

Wie? Schreib dir die Fundstelle doch mal auf und recherchiere, wo die Zeitung in der physischen Bib steht. Das ist je nach Digitalisierungsgrad der Bib mehr oder weniger aufwendig. Fang doch mal mit dem Online-Katalog der Bib an. Bei meiner Fakultät war das immer eine nervige Sucherei und zum Ende gab’s da einen Ordner mit Klarsichtfolien, wo angeblich stand, wo die zu finden sind.

Wenn’s gar nicht klappt, wende dich an die - idR sehr hilfsbereiten - Mitarbeiter der Teilbibliothek.
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GetMeOut
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Beitrag von GetMeOut »

zaze7235 hat geschrieben: Montag 27. April 2026, 10:18 Liegt das in diesem Fall jetzt doch an meinem begrenzten Uni Zugriff auf die Portale oder sind diese Quellen gar nicht Online verfügbar?
In Bezug auf Anmerkungen zu BAG Urteilen aus 1950 und folgend wüsste ich in der Bibliothek nicht einmal wo ich diese konkret suchen würde.

Hat jemand einen Tipp für mich wie ich auf diese Quellen zugreifen kann oder diese finde?
Falls ein Online-Zugang nicht vorhanden ist, warten die jeweiligen Regalmeter auf dich. Gerade bei rechtshistorischen Arbeiten hat das doch aber auch seinen Charme. Ich habe meine wissenschaftliche HA zu einem völkerrechtshistorischen Thema des Interbellum verfasst und sehr wahrscheinlich 50+ Jahre alten Staub eingeatmet, als ich die jeweiligen Werke aus den Regalen genommen habe.
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Schnitte
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Beitrag von Schnitte »

Ja, hier wird kein Weg daran vorbeiführen, die gedruckten Bände in einer physischen Bibliothek aufzusuchen. Ich finde aber auch, dass das seinen Charme hat. Und ein Skill, der es wert ist, im Studium zumindest einmal vertieft eingeübt zu werden, ist es allemal.
"Das Vertragsrecht der Bundesrepublik Deutschland und die gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten, die Erfüllung von Verträgen zu erzwingen…verstoßen nicht gegen göttliches Recht."

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zaze7235
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Beitrag von zaze7235 »

Vielen Dank für die schnellen und sehr hilfreichen Antworten! Ich werde mich dann mal in der Bibliothek auf die Suche machen.

Heutzutage findet man ja fast alles in den Online-Datenbanken. Da zweifelt man eventuell auch an der eigenen Kompetenz, ob man etwas übersieht und die ganze Quelle nur hinter einem weiteren Klick versteckt ist.
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Beitrag von Gürteltier »

Nachvollziehbar - heutzutage erwarte ich eher ein Blind-/Falschzitat, als dass etwas nicht digital verfügbar ist. ^^
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Beitrag von Schnitte »

GetMeOut hat geschrieben: Montag 27. April 2026, 20:18 Ich habe meine wissenschaftliche HA zu einem völkerrechtshistorischen Thema des Interbellum verfasst
Aus Neugier: Völkerrechtspersönlichkeit des Völkerbundes?
"Das Vertragsrecht der Bundesrepublik Deutschland und die gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten, die Erfüllung von Verträgen zu erzwingen…verstoßen nicht gegen göttliches Recht."

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Beitrag von GetMeOut »

Schnitte hat geschrieben: Montag 4. Mai 2026, 12:55
GetMeOut hat geschrieben: Montag 27. April 2026, 20:18 Ich habe meine wissenschaftliche HA zu einem völkerrechtshistorischen Thema des Interbellum verfasst
Aus Neugier: Völkerrechtspersönlichkeit des Völkerbundes?
Minderheitenschutz in den Pariser Friedensverträgen.
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Schnitte
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Beitrag von Schnitte »

Ah, OK. Wilson usw.
"Das Vertragsrecht der Bundesrepublik Deutschland und die gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten, die Erfüllung von Verträgen zu erzwingen…verstoßen nicht gegen göttliches Recht."

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Beitrag von GetMeOut »

Schnitte hat geschrieben: Dienstag 5. Mai 2026, 09:29 Ah, OK. Wilson usw.
Hat durchaus auch heute noch Bedeutung. Hierzulande hat man ja lange damit gerungen, den Völkermord an den Armeniern als solchen anzuerkennen. Der Friedensvertrag mit dem Osmanischen Reich war damals hingegen schon eindeutig: Darin wird das Osmanische Reich als terroristisches Regime gebrandmarkt, die im Krieg verübten Massentötungen als Massaker bezeichnet und die Pflicht zur Auslieferung von Kriegsverbrechern statuiert. Hätte es damals schon den Begriff des Genozides gegeben, den Raphael Lemkin erst 1944 als Neologismus geschaffen hat, wäre er sicherlich verwendet worden.
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