Ein psychoanalytischer Ansatz, spannendStrich hat geschrieben: Donnerstag 23. April 2026, 23:22 Willkommen im Leben. Ich weiß nur nicht genau was dich unglücklich macht. Meine Befürchtung schon an dieser Stelle war: Die ist nicht unglücklich wegen der Arbeit. Die ist aus einem anderen persönlichen Grund unglücklich. Irgendeine Unzufriedenheit schwingt da mit, bei der die Arbeit nur der gefällige austauschbare Platzhalter ist. So wie wenn Leute meinen, jetzt aber richtig was ändern zu müssen und dann auswandern. Spoileralert: Der Alltag zieht immer mit um, auch wenn das "Umziehen" metaphorisch einen Jobwechsel meint.
Allerdings hat sich mein Privatleben innerhalb der letzten 3 Jahre so verändert, dass ich nun deutlich zufriedener bin. Nur die Unzufriedenheit mit dem Beruf bleibt. Ich bin auch nicht depressiv nach Feierabend oder ständig schlecht gelaunt. Aber die Vorstellung, dass ich in 10 Jahren genau das mache, was ich jetzt mache, ohne mich auch nur ein wenig weiterzuentwickeln schreckt mich so dermaßen ab, dass das so nicht weitergehen kann. Ich würde einfach sagen, dass ich ein Bore-Out habe.
Von außen betrachtet ist es solide, ja, keine Frage. Und das ist auch gut so. Schließlich eröffnet mir das überhaupt erst diesen Schritt gehen zu können. Das Gefühl, dass ich es vermasselt habe, kommt aus mir selbst heraus. Weil das Berufsleben nicht zu mir passt.Strich hat geschrieben: Donnerstag 23. April 2026, 23:22 Told you the second. Niemand von außen würde das so sagen. Ich hab mir bspw. gedacht: Da schau an, solide Ausbildung solider Job, solides Einkommen. Könnte schlechter laufen. Besser geht natürlich immer, klar. Aber mal im ernst: "vermasselt"??? Der steht ja alles offen. Warum beneiden wir irgendwelche 18 Jährigen? Für all die Möglichkeiten und Erfahrungen, die ihnen noch bevor stehen, was anderes haben die kleinen Scheißer ja nicht. Warum beneidet die 60 jährige baumkuchen die 36 jährige baumkuchen? Same reason, denk mal drüber nach ^^
Man kann auch ein sehr erfolgreicher Mensch sein nach gesellschaftlichen Standards aber trotzdem unglücklich, wenn man sich das Leben so nicht vorgestellt hat oder einfach andere Werte hat.
Hui, 4 Semester für mal guggn ob's passt wird schwierig. Aber irgendwie muss ich an die Materie ja rankommen. Aber, um es optimistischer zu sehen: in meinen Beruf kann ich jederzeit zurück. Da wird mir nichts passieren. Dien Gehaltsentwicklung nach Berufsjahren ist eh mau - von daher verpasse ich da nicht sonderlich viel.Strich hat geschrieben: Donnerstag 23. April 2026, 23:22 Ein Semester? Nein. Vielleicht weiß man das nach dem 4. Semester (wenn man alle kleinen Scheine absolviert hat). Ich kenne aber auch Leute, die das erst später herausgefunden haben. Unglücklich über den Abschluss war aber noch keiner den ich kenne. Mit dem stehen dir sehr sehr viele Möglichkeiten offen auch Dinge zu tun, die weniger mit Jura aber mehr mit anderen Sachen zu tun haben. In jedem Fall sind deine Möglichkeiten manigfaltig. Das bringt dir aber nichts, weil das bei dir faktisch jetzt schon der Fall ist und dich das jetzt schon nicht glücklich macht.
Ich bin im nichtberuflichen Leben eher diszipliniert (Sport und Hobbies) als in meiner Karriere. Schule war einfach sehr durchmischt. Mal hat mich was interessiert, dann war ich gut, dann hab ich das Interesse verloren und bin notentechnisch abgerutscht. Ich kann mich diesbezüglich deswegen nicht einschätzen. Und das verunsichert mich in Bezug auf ein so wie du es sagst "monumentales Studium".Strich hat geschrieben: Donnerstag 23. April 2026, 23:22 Geduld, Disziplin, Detailverliebtheit wozu auch eine gewisse kindliche Begeisterungsfähigkeit gehört.
Die anderen Kriterien könnte ich schon eher erfüllen. Mal so selbsteingeschätzt.
Wieder Psychoanalyse. Aber auch wieder zutreffend. Das höre ich nicht zum ersten MalStrich hat geschrieben: Donnerstag 23. April 2026, 23:22 Told you the third: Man könnte den Satz auch so schreiben: "Privat bin ich ungebunden und habe jede Menge Zeit mich auf Sachen zu konzentrieren auf die ich richtig Lust habe und ich freue mich richtig darauf, dass es jetzt losgeht. Ist Jura wirklich das, was ich davon gehört habe? Ich habe auch Geld angespart, so dass ich nicht mal einen Nebenjob während eines Studiums brauche, cool oder?"
Das ist auch meine Befürchtung. So ging es mir auch in der Rechtspflege. Sie können einem zwar den Arbeitsalltag zeigen, aber die eigentliche Aktenarbeit, da kann man nicht wirklich eintauchen als Praktikant/Hospitant.Strich hat geschrieben: Donnerstag 23. April 2026, 23:22 Schwierig. Ich halte diese Praktika, die man während des Studiums machen soll schon für völlige Zeitverschwendung, weil man auch als Student keine so richtige Ahnung davon erhält, wie es sich anfühlt, selbst da zu sitzen und die Entscheidung zu treffen, deren Ausgang man verantworten muss, den man aber nicht sicher kennt.
Aber der Tipp vom Vorposter mal zivilrechtliche Verhandlungen zu besuchen ist Gold wert. Das ist einfach umsetzbar und werde ich machen.
Ansonsten schaue ich mir erstmal weiter ein paar Vorlesungen an (vllt sogar mal live). Ich hab 4 Wochen Leerlauf bevor es mit dem neuen Job weitergeht.
Hehe, nochmal vielen Dank für deinen Beitrag! Na dann steht dem Prädikat ja nichts mehr entgegen. Ich hab gerade Urlaub und schreib' im Juraforum. Irgendwas stimmt wirklich nicht mit mirStrich hat geschrieben: Donnerstag 23. April 2026, 23:22 So das war jetzt meine Wall of text, wenn das Lesen Spaß gemacht hat, ist noch irgendwas anderes falsch mit dir ^^ Wenn nicht und du hast es trotzdem bis zum Ende durchgehalten, bringst du vielleicht doch etwas mit, was man fürs Jurastudium braucht: Leidensfähigkeit ^^


