Hallo alle zusammen,
ja der Titel sagt eigentlich schon, worum es geht.
Ich habe das zweite Staatsexamen endgültig nicht bestanden und mein erstes Staatsexamen ist auch nur ausreichend.
Dennoch werde ich mich bald um Bewerbungen kümmern müssen.
Mein Problem ist gerade, dass ich nicht weiß, wie ich das nicht bestandene zweite Staatsexamen einbaue in Lebenslauf und Bewerbungsschreiben.
Vielleicht habt ihr Ratschläge für mich zu den folgenden Fragen, dir mir gerade durch den Kopf gehen?
Ich wäre sehr dankbar für Tipps.
Wie baue ich die Zeit des Referendariats und des zweiten Staatsexamens in den Lebenslauf ein?
Und wie gehe ich im Bewerbungsschreiben darauf ein?
Wie reagiere ich im Bewerbungsgespräch am besten auf dieses Thema?
Bewerbung mit endgültig nicht bestandenem zweiten Staatsexamen
Moderator: Verwaltung
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CarinaMia
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Erst einmal voran: Du hast ein erstes Examen in der Tasche und dass es mit dem Zweiten nicht geklappt hat, sollte meiner Meinung nach nichts darüber aussagen, dass du nicht trotzdem einen erfolgreichen Karriereweg beschreiten kannst. Die klassischen juristischen Karrierewege sind dir verschlossen, aber das heißt noch nicht, dass das nicht trotzdem eine gute Richtung nehmen kann. Und natürlich rein deklaratorisch: Menschlich und persönlich sagt das Nichts über dich aus.
Ich würde ganz pragmatisch dran gehen: Ich schätze, du kommst nicht drum rum, dass du das in den Lebenslauf schreibst. Und du musst recht klar erkenntlich machen, dass du das Examen nicht bestanden hast. Wieso?
Steht es nicht drin: Die Frage nach der Lücke im Lebenslauf kommt eh auf. Alternativ wird vielleicht gefragt: Warum wollen Sie nicht das Ref machen? Und selbst die - vermutlich ohnehin rechtlich unzulässige - Lüge, man habe in der Zeit Nichts etc. gemacht, kommt sicherlich auch nicht wirklich besser an.
Gut geeignet sind mE - sofern es für dich in Betracht kommt - Stellen im gehobenen Dienst, also Sachbearbeiterstellen im öD. Wieso? Mit dem 1. StEx kann man da wohl einige solche Stellen bekleiden und der öD ist meinem Verständnis nach an recht klare Auswahlvorgaben gekoppelt. Ein “schales Bauchgefühl” wegen nicht bestandenem 2. Examen sollte da eigentlich keine Rolle spielen. Ich sehe dort auch immer mehr Stellen, die explizit ausgeschrieben werden für Leute mit 1. StEx (bspw. aktuell im Bundessozialministerium).
Alternativ gibt’s in der Wirtschaft auch immer mehr spezifisch juristische Arbeitsplätze, die nur ein 1. StEx voraussetzen - oder du gehst in die Breite. Hier kannst du das Ref. und die Stationen als Asset heranziehen: Du hast mehr praktische Erfahrung als Mitbewerber mit nur einem Examen/dem reinen Abschluss Wirtschaftsrecht und ohne jegliche Ref-Erfahrung. Je nach Station kannst du dort gesammelte Experience ebenfalls im Lebenslauf betonen.
Wo ich aber ehrlich bin: So ein “Scheitern” am Examen könnte natürlich Fragen aufwerfen oder auch - unbewusst - Arbeitgeber abschrecken. Und es schwächt ein bisschen deine Verhandlungsposition: Du kannst nicht einfach sagen, dass du jetzt gehst und das Ref noch machst. Davon würde ich mich aber nicht entmutigen lassen oder mich dadurch (auch lohntechnisch) “entwerten” lassen. Ich würde aber vielleicht entsprechende Nachfragen im Interview vorbereiten. Je nach Person kann das nämlich auch recht taktlos erfolgen. Umso wichtiger ist der ganz klar gefasste Lebenslauf - nicht dass dann doch jemand das Ganze falsch versteht und sowas sagt wie: “Hier steht ja gar keine Examensnote… ach Sie haben das Examen gar nicht bestanden? Wieso das denn???”
Kurzum: Viel Erfolg beim Bewerben und ich empfehle offene Kommunikation. Denn irgendwie wird es sicher Thema, wenn du dich nicht komplett fachfremd bewirbst und das spätere Erklären usw. wird sicher unschöner. Vielleicht kannst du in deinem juristischen Umfeld mal üben bzw. herausfinden, welche Formulierungen oder Erklärungen gut ankommen. Wobei ich eine solche Erklärung sehr kurz angebunden darstellen würde - den Arbeitgeber gehen konkrete Umstände nichts an und du solltest nicht in einen Rechtfertigungsdruck geraten. Bedenke: Du bewirbst dich auf eine Stelle, die deinen Qualifikationen entspricht.
Ich würde ganz pragmatisch dran gehen: Ich schätze, du kommst nicht drum rum, dass du das in den Lebenslauf schreibst. Und du musst recht klar erkenntlich machen, dass du das Examen nicht bestanden hast. Wieso?
Steht es nicht drin: Die Frage nach der Lücke im Lebenslauf kommt eh auf. Alternativ wird vielleicht gefragt: Warum wollen Sie nicht das Ref machen? Und selbst die - vermutlich ohnehin rechtlich unzulässige - Lüge, man habe in der Zeit Nichts etc. gemacht, kommt sicherlich auch nicht wirklich besser an.
Gut geeignet sind mE - sofern es für dich in Betracht kommt - Stellen im gehobenen Dienst, also Sachbearbeiterstellen im öD. Wieso? Mit dem 1. StEx kann man da wohl einige solche Stellen bekleiden und der öD ist meinem Verständnis nach an recht klare Auswahlvorgaben gekoppelt. Ein “schales Bauchgefühl” wegen nicht bestandenem 2. Examen sollte da eigentlich keine Rolle spielen. Ich sehe dort auch immer mehr Stellen, die explizit ausgeschrieben werden für Leute mit 1. StEx (bspw. aktuell im Bundessozialministerium).
Alternativ gibt’s in der Wirtschaft auch immer mehr spezifisch juristische Arbeitsplätze, die nur ein 1. StEx voraussetzen - oder du gehst in die Breite. Hier kannst du das Ref. und die Stationen als Asset heranziehen: Du hast mehr praktische Erfahrung als Mitbewerber mit nur einem Examen/dem reinen Abschluss Wirtschaftsrecht und ohne jegliche Ref-Erfahrung. Je nach Station kannst du dort gesammelte Experience ebenfalls im Lebenslauf betonen.
Wo ich aber ehrlich bin: So ein “Scheitern” am Examen könnte natürlich Fragen aufwerfen oder auch - unbewusst - Arbeitgeber abschrecken. Und es schwächt ein bisschen deine Verhandlungsposition: Du kannst nicht einfach sagen, dass du jetzt gehst und das Ref noch machst. Davon würde ich mich aber nicht entmutigen lassen oder mich dadurch (auch lohntechnisch) “entwerten” lassen. Ich würde aber vielleicht entsprechende Nachfragen im Interview vorbereiten. Je nach Person kann das nämlich auch recht taktlos erfolgen. Umso wichtiger ist der ganz klar gefasste Lebenslauf - nicht dass dann doch jemand das Ganze falsch versteht und sowas sagt wie: “Hier steht ja gar keine Examensnote… ach Sie haben das Examen gar nicht bestanden? Wieso das denn???”
Kurzum: Viel Erfolg beim Bewerben und ich empfehle offene Kommunikation. Denn irgendwie wird es sicher Thema, wenn du dich nicht komplett fachfremd bewirbst und das spätere Erklären usw. wird sicher unschöner. Vielleicht kannst du in deinem juristischen Umfeld mal üben bzw. herausfinden, welche Formulierungen oder Erklärungen gut ankommen. Wobei ich eine solche Erklärung sehr kurz angebunden darstellen würde - den Arbeitgeber gehen konkrete Umstände nichts an und du solltest nicht in einen Rechtfertigungsdruck geraten. Bedenke: Du bewirbst dich auf eine Stelle, die deinen Qualifikationen entspricht.
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Gürteltier
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Ahja: LLM zur Spezialisierung in Betracht ziehen (ggf. auch berufsbegleitend möglich). Das wäre auch nochmal ein Asset, mit dem du dich nochmal besser verkaufen könntest.