Universitätswechsel an die Uni Bonn (6. Semester)

Allgemeine Fragen zum Jurastudium (Anforderungen, Ablauf etc.)

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Jurabt1887
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Beitrag von Jurabt1887 »

Moin zusammen,

ich studiere derzeit im 6. Semester an der Universität Bayreuth und möchte gerne zum kommenden Wintersemester an die Uni Bonn wechseln. Dort möchte ich dann gerne meinen Schwerpunkt sowie mein Examen schreiben. Als Schwerpunkt würde ich mich insbesondere für Familien- und Erbrecht oder für Kriminalwissenschaften interessieren.
Ich wollte hier einmal in die Runde fragen, ob jemand generelle Erfahrungen an der Uni Bonn im Bezug auf den Schwerpunkt (z.B. Noten im sonstigen Vergleich in NRW bzw. empfohlene SPB) und auf das Unirep hat. Könnt ihr die Uni Bonn empfehlen? Online finde ich insgesamt eher gute Kritiken wenn man von dem Gebäude absieht :). Frühere Bewertungen hatten insbesondere auf die deutlich schlechteren SPB-Noten im Vergleich zu anderen Unis verwiesen. Kann das jemand bestätigen oder ist dies mittlerweile überholt?

Vielen Dank schon mal im Voraus und liebe Grüße!
Torsten Kaiser
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Beitrag von Torsten Kaiser »

Witzig, ich hab auch in Bayreuth studiert. Warum willst du dort wech?
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Schnitte
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Beitrag von Schnitte »

Ich war ebenfalls in Bayreuth und hab mich dort durchaus wohl gefühlt, kann aber verstehen, wenn es dem einen oder anderen nach einigen Jahren dort ein wenig zu eng wird. Es ist halt doch Provinz.
"Das Vertragsrecht der Bundesrepublik Deutschland und die gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten, die Erfüllung von Verträgen zu erzwingen…verstoßen nicht gegen göttliches Recht."

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Julia
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Beitrag von Julia »

So viele Bayreuther hier :D Tolle Uni mit tollen Strafrechtlern, ich versteh gar nicht, wie man von da weg will ;)
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batman
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Beitrag von batman »

Wie man von da weg will? Vermutlich mit der Bahn oder mit dem Auto.
Julia
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Beitrag von Julia »

Das sagst du so einfach, aber mit der Bahn ist das seit ca. Oktober gar nicht mehr so einfach, weil völlig überraschend festgestellt wurde, dass ca. 90% der Brücken plötzlich völlig marode sind. Die Bezeichnungen als Bayerisch-Sibirien oder Niemandsland u.ä. sind gar nicht so weit hergeholt...
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Schnitte
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Beitrag von Schnitte »

Julia hat geschrieben: Freitag 19. Juni 2026, 12:14 So viele Bayreuther hier :D Tolle Uni mit tollen Strafrechtlern
Ist damit Harro Otto, aka "Anders Otto", gemeint? Bei dem hab ich AT und BT I gehört. Schon eine imposante und unterhaltsame Erscheinung (der vom LJPA ja noch in seiner Abschieds-Examnesklausur noch geehrt wurde), aber der ist doch auch schon seit Jahren emeritiert
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Beitrag von Schnitte »

batman hat geschrieben: Freitag 19. Juni 2026, 12:23 Wie man von da weg will? Vermutlich mit der Bahn oder mit dem Auto.
Bayreuth hatte einmal (allerdings vor meiner Zeit dort) den kleinsten Verkehrsflughafen Deutschlands. IATA-Code BYU. Man kam also auch mit dem Flugzeug weg, allerdings die meiste Zeit nur nach Frankfurt (wo man natürlich umsteigen konnte), und auch das vor allem während der Festspielzeit, wenn das ansonsten verschlafene Nest für einen Monat im Jahr Weltstadt wird. Dem Vernehmen nach soll es immer wieder mal vorgekommen sein, dass an irgendeinem Abflughafen bis Bayreuth durchgechecktes Gepäck dann versehentlich in Beirut ankam.
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Beitrag von Julia »

Schnitte hat geschrieben: Freitag 19. Juni 2026, 13:52
Julia hat geschrieben: Freitag 19. Juni 2026, 12:14 So viele Bayreuther hier :D Tolle Uni mit tollen Strafrechtlern
Ist damit Harro Otto, aka "Anders Otto", gemeint? Bei dem hab ich AT und BT I gehört. Schon eine imposante und unterhaltsame Erscheinung (der vom LJPA ja noch in seiner Abschieds-Examnesklausur noch geehrt wurde), aber der ist doch auch schon seit Jahren emeritiert
Den habe ich leider nicht mehr kennengelernt und höre nur Geschichten über ihn. Die wiederum sind aber gut :D
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batman
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Beitrag von batman »

Julia hat geschrieben: Freitag 19. Juni 2026, 12:38 Das sagst du so einfach, aber mit der Bahn ist das seit ca. Oktober gar nicht mehr so einfach, weil völlig überraschend festgestellt wurde, dass ca. 90% der Brücken plötzlich völlig marode sind. Die Bezeichnungen als Bayerisch-Sibirien oder Niemandsland u.ä. sind gar nicht so weit hergeholt...
Wobei das Bayreuther Umland mit der "Schiefen Ebene" einen eisenbahntechnischen Leckerbissen bietet.
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Schnitte
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Beitrag von Schnitte »

"Sprachlich bedeutet Eisenbahn ganz allgemein eine Bahn von Eisen zwecks Bewegung von Gegenständen auf derselben. Verknüpft man diesen Wortlaut mit dem Gesetzeszweck, und erwägt man, daß die eigenartige Nützlichkeit und gleichzeitig Gefährlichkeit des metallischen Transportgrundes, in der (durch dessen Konsistenz, sowie durch dessen, das Hindernis der Reibung vermindernde Formation und Glätte gegebenen) Möglichkeit besteht, große Gewichtsmassen auf jenem Grunde fortzubewegen und eine verhältnismäßig bedeutende Geschwindigkeit der Transportbewegung zu erzeugen, so gelangt man im Geiste des Gesetzes zu keiner engeren Bestimmung jener sprachlichen Bedeutung des Wortes Eisenbahn, um den Begriff eines Eisenbahnunternehmens im Sinne des §. 1 des Gesetzes zu gewinnen, als derjenigen:

Ein Unternehmen, gerichtet auf wiederholte Fortbewegung von Personen oder Sachen über nicht ganz unbedeutende Raumstrecken auf metallener Grundlage, welche durch ihre Konsistenz, Konstruktion und Glätte den Transport großer Gewichtmassen, beziehungsweise die Erzielung einer verhältnismäßig bedeutenden Schnelligkeit der Transportbewegung zu ermöglichen bestimmt ist, und durch diese Eigenart in Verbindung mit den außerdem zur Erzeugung der Transportbewegung benutzten Naturkräften (Dampf, Elektricität, thierischer oder menschlicher Muskelthätigkeit, bei geneigter Ebene der Bahn auch schon der eigenen Schwere der Transportgefäße und deren Ladung, u. s. w.) bei dem Betriebe des Unternehmens auf derselben eine verhältnismäßig gewaltige (je nach den Umständen nur in bezweckter Weise nützliche, oder auch Menschenleben vernichtende und die menschliche Gesundheit verletzende) Wirkung zu erzeugen fähig ist."

(RGZ 1, 247 [252])
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Beitrag von batman »

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Beitrag von easyiura »

Ergänzend zu dem, was hier schon steht: Das Entscheidende ist meiner Erfahrung nach die Anerkennung. Ich würde vor allem schwarz auf weiß vom Prüfungsamt Bonn klären lassen, welche Scheine 1:1 übernommen werden und ob der Freischuss/Freiversuch nach dem Wechsel erhalten bleibt — das ist je nach Bundesland und Prüfungsordnung unterschiedlich und entscheidet faktisch über Verlängerung oder nicht.

Inhaltlich lohnt der Blick darauf, wie stark sich das Pflichtfachprogramm unterscheidet (Europarecht und die landesrechtlichen Bezüge haben in NRW teils anderes Gewicht). Wenn Bonn in deinem Schwerpunkt stärker ist oder der Wechsel private Gründe hat, die dich entlasten, spricht das klar dafür.

Was ist der Hauptgrund für Bonn — und steht bei dir der Freischuss schon im Raum?
Jurabt1887
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Beitrag von Jurabt1887 »

easyiura hat geschrieben: Freitag 19. Juni 2026, 21:01 Ergänzend zu dem, was hier schon steht: Das Entscheidende ist meiner Erfahrung nach die Anerkennung. Ich würde vor allem schwarz auf weiß vom Prüfungsamt Bonn klären lassen, welche Scheine 1:1 übernommen werden und ob der Freischuss/Freiversuch nach dem Wechsel erhalten bleibt — das ist je nach Bundesland und Prüfungsordnung unterschiedlich und entscheidet faktisch über Verlängerung oder nicht.

Inhaltlich lohnt der Blick darauf, wie stark sich das Pflichtfachprogramm unterscheidet (Europarecht und die landesrechtlichen Bezüge haben in NRW teils anderes Gewicht). Wenn Bonn in deinem Schwerpunkt stärker ist oder der Wechsel private Gründe hat, die dich entlasten, spricht das klar dafür.

Was ist der Hauptgrund für Bonn — und steht bei dir der Freischuss schon im Raum?
Danke dir für deine Antwort. Mit den Prüfungsämtern ist soweit alles geklärt. Das klappt mehr oder weniger unproblematisch. Bayreuth ist mit auf Dauer ein wenig zu sehr Provinz und insbesondere außerhalb des Sommers in den Möglichkeiten außerhalb der Uni begrenzt. Auch würde ich gerne einen erbrechtlichen Schwerpunkt belegen, den es so hier nicht gibt. Deswegen - und auch wegen ein paar privaten Gründen, die für einen Wechsel sprechen (deswegen auch Bonn und nicht unbedingt an andere Unis) - würde ich gerne den zeitlich passenden Zeitpunkt nutzen. Die Frage geht dann eher in die Richtung, ob jemand Informationen zur Uni Bonn oder persönliche Erfahrungen - auch mit dem Wechsel in andere Bundesländer (Landesrechtliche Unterschiede, keine Kommentierungsmöglichkeit in NRW) hat, die meine Entscheidung geg. nochmal beeinflussen würden. Der Freischuss bleibt mir auf jeden Fall auch in NRW erhalten.
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Schnitte
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Beitrag von Schnitte »

Übers Landesrecht würde ich mir keine Sorgen machen. Das allgemeine Verwaltungsrecht (VwGO und VwVfG) ist sowieso in allen Ländern gleich (möglicher Ausnahmefall Saarland, habe ich gehört), und Landesverfassungsrecht wird außer in Bayern dem Vernehmen nach eh nicht geprüft. In den Bereichen, wo sich Dinge landesrechtlich wirklich unterscheiden können (Polizeirecht, Baurecht, Kommunalrecht), gibt es zwar Unterschiede, aber die Grundzüge sind dann doch die selben, so dass man sich in diese Unterschiede dann recht schnell einlesen kann (beim Kommunalrecht sind die Stadtstaaten Sonderfälle, aber das interessiert dich ja nicht).
"Das Vertragsrecht der Bundesrepublik Deutschland und die gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten, die Erfüllung von Verträgen zu erzwingen…verstoßen nicht gegen göttliches Recht."

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