Erfahrungen mit Pause vor dem Ref?

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Moderator: Verwaltung

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Hyclas
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Beitrag von Hyclas »

Hallo zusammen,

ich warte derzeit auf meine Ergebnisse des schriftlichen Teils des Examens und habe im Juli noch meine mündlichen Prüfungen, dann bin ich mit dem 1. StEx durch. Nun hadere ich noch extrem mit der Frage, ob ich direkt im Anschluss ins Ref gehen sollte oder nicht.

Das hat zwei Gründe:
Zum einen bin ich jedenfalls derzeit vom 1. StEx noch sehr ausgelaugt und musste bereits während der Vorbereitung zum 1. StEx den Examenstermin um ein halbes Jahr nach hinten verschieben aufgrund einer längeren "Zwangspause" wegen Überarbeitung (12-15h lernen pro Tag über 1,5 Jahre hinweg ohne größere Pausen war im Nachhinein dumm). Ich bin mir nicht sicher, ob meine Energie bis zum Ref-Start (Oktober) wieder soweit da ist, damit ich zwei Jahre Ref mit noch größerer Belastung wieder auf hohem Niveau hinbekomme (bei dem Frage könnt ihr freilich nicht helfen, das nur als Hintergrund :) ).
Zum anderen habe ich überlegt, ob es nicht ohnehin sinnvoll ist, sich auf den Ref-Stoff im voraus bereits vorzubereiten (ProzessR vertiefen oder schon mal Klausurenkurse zu Assessorklausuren besuchen oÄ). Von allen, die ich kenne, die direkt ins Ref sind, höre ich, dass die Arbeitsbelastung im Ref noch größer ist als im 1. StEx, sie kaum Zeit haben, das materielle Recht aus dem 1. StEx zu wiederholen und auch kaum Zeit haben, das neu Gelernte zu verinnerlichen und zu wiederholen. Entsprechend denke ich mir in meinem evtl jugendlichen Leichtsinn, dass es sinnvoll sein könnte, sich Arbeitsbelastung rauszunehmen, indem man mehr oder weniger "vorlernt". Haltet ihr das für möglich/sinnvoll?

Letztlich stehe ich vor 3 Optionen: Direkt ins Ref (1); halbes bis ganzes Jahr Pause, währenddessen WiMi und Vorbereitung auf das Ref (2); längere Pause als WiMi zzgl Promotion (3).

Mich würden dazu eure Gedanken interessieren, was ihr aus eurem Standpunkt heraus für sinnvoll halten würdet bzw wie ihr das gemacht habt.
Danke euch!
KMR
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Beitrag von KMR »

Hyclas hat geschrieben: Mittwoch 10. Juni 2026, 20:46 Hallo zusammen,

ich warte derzeit auf meine Ergebnisse des schriftlichen Teils des Examens und habe im Juli noch meine mündlichen Prüfungen, dann bin ich mit dem 1. StEx durch. Nun hadere ich noch extrem mit der Frage, ob ich direkt im Anschluss ins Ref gehen sollte oder nicht.

Das hat zwei Gründe:
Zum einen bin ich jedenfalls derzeit vom 1. StEx noch sehr ausgelaugt und musste bereits während der Vorbereitung zum 1. StEx den Examenstermin um ein halbes Jahr nach hinten verschieben aufgrund einer längeren "Zwangspause" wegen Überarbeitung (12-15h lernen pro Tag über 1,5 Jahre hinweg ohne größere Pausen war im Nachhinein dumm). Ich bin mir nicht sicher, ob meine Energie bis zum Ref-Start (Oktober) wieder soweit da ist, damit ich zwei Jahre Ref mit noch größerer Belastung wieder auf hohem Niveau hinbekomme (bei dem Frage könnt ihr freilich nicht helfen, das nur als Hintergrund :) ).
Zum anderen habe ich überlegt, ob es nicht ohnehin sinnvoll ist, sich auf den Ref-Stoff im voraus bereits vorzubereiten (ProzessR vertiefen oder schon mal Klausurenkurse zu Assessorklausuren besuchen oÄ). Von allen, die ich kenne, die direkt ins Ref sind, höre ich, dass die Arbeitsbelastung im Ref noch größer ist als im 1. StEx, sie kaum Zeit haben, das materielle Recht aus dem 1. StEx zu wiederholen und auch kaum Zeit haben, das neu Gelernte zu verinnerlichen und zu wiederholen. Entsprechend denke ich mir in meinem evtl jugendlichen Leichtsinn, dass es sinnvoll sein könnte, sich Arbeitsbelastung rauszunehmen, indem man mehr oder weniger "vorlernt". Haltet ihr das für möglich/sinnvoll?

Letztlich stehe ich vor 3 Optionen: Direkt ins Ref (1); halbes bis ganzes Jahr Pause, währenddessen WiMi und Vorbereitung auf das Ref (2); längere Pause als WiMi zzgl Promotion (3).

Mich würden dazu eure Gedanken interessieren, was ihr aus eurem Standpunkt heraus für sinnvoll halten würdet bzw wie ihr das gemacht habt.
Danke euch!
1. Je nach Land und/oder Note musst du ggf. ohnehin einige Zeit warten. Je nach Land oder Bezirk kann das mitunter mehrere Monate oder mehr als ein Jahr sein. Das kann allgemein an Wartezeiten liegen (NRW), an der Note oder auch daran, dass dein Wunschland zB nur alle 6 Monate einstellt.

2. Prozessrecht o.ä. vorlernen ist m.E. unnötig und nicht hilfreich. Das wird mit dem Bezug zur Praxis m.E. erst viel verständlicher. Wenn du unbedingt etwas im Vorfeld machen willst, dann stell sicher, dass materielle Recht sitzt, sodass du idealerweise nur noch das Prozessrecht und dessen Anwendung aufsatteln musst. Ein extra Pause dafür nehmen halte ich aber nicht für erforderlich, sofern du nicht extrem defizitäre Kenntnisse hast; das 1. Stex nur mit ach-und-Krach klappt. Fürs Ref und das 2. Stex bedarf es eines guten grundlegenden Wissens der wiederkehrenden Normen und Schwerpunkte (Verkehrsunfall, Versicherungspfichten, Mitverschulden, Schmerzensgeld). Nicht erforderlich sind die ganzen Meinungsstreitigkeiten usw., es gibt da sehr wenige Ausnahmen, insb. im Strafrecht. Das lernt man aber durch die Übungsklausuren usw. Das ist letztlich viel hilfreicher. Die Punkte liegen auch im 2. Stex im materiellen Recht. Das Prozessrecht und dessen Probleme sind regelmäßig nur Beiwerk und zumeist wiederholen sich die gleichen Einkleidungen. Mit genug Übungsklausuren hat man die recht schnell alle mal durch.

3. Längere Pause als Wimit mit Promotion: Nur dann, wenn du eben die Promotion willst aus intrinsischem Interesse. Sie ist kein Zeit- und Lückenbüßer. Willst du sie, läuft sie dir aber auch nicht weg, soll heißen wäre auch nach dem 2. möglich. So erwäge ich es zur Zeit. Es gibt valide Gründe sowohl für nach dem 1. als auch nach dem 2.
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Schnitte
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Beitrag von Schnitte »

Bei nüchterner Betrachtung macht es natürlich schon Sinn, möglichst bald ins Ref zu gehen. Auch dort wirst du das materielle Recht brauchen, und so fit wie unmittelbar nach dem Ersten Examen wirst du darin nie wieder sein. Wenn du das wirklich nicht möchtest, ist eine Pause nach dem Examen natürlich machbar, aber die sollte dann auch sinnvoll genutzt werden. Eine Diss ist dafür aber eine gute Idee, aber ich schließe mich KMR an, dass man das nicht als Lückenfüller machen sollte, sondern nur, wenn wirklich die Motivation dafür da ist. Eine andere Möglichkeit, eine kleine Pause nach dem Ersten zu nehmen, wäre ein Auslandsaufenthalt in Form eines LL.M.
"Das Vertragsrecht der Bundesrepublik Deutschland und die gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten, die Erfüllung von Verträgen zu erzwingen…verstoßen nicht gegen göttliches Recht."

--- Offizialat Freiburg, NJW 1994, 3375 (Leitsatz der Redaktion)
Hyclas
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Beitrag von Hyclas »

Danke für eure Einschätzungen!
Torsten Kaiser
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Beitrag von Torsten Kaiser »

Ich würde auch gleich reingehen. Je länger du wartest, desto mehr vergisst du.
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Strich
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Beitrag von Strich »

Ich auch
Stehe zu deinen Überzeugungen soweit und solange Logik oder Erfahrung dich nicht widerlegen. Denk daran: Wenn der Kaiser nackt aussieht ist der Kaiser auch nackt ... .
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