Diesen Thread gibts schon mal, aber er ist recht alt, darum ein neuer Versuch: für alle die sich gerne mit "richtiger" (d.h. nicht-juristischer ) Literatur befassen. Damit der neue Thread auch seine Existenzberechtigung hat, könnte man ja den Schwerpunkt auf eher aktuelle Bücher legen.
Gelesen und für gut und amüsant befunden: Houellebecq, Karte und Gebiet.
Gut, aber er hat es schon besser gemacht: P. Roth, Nemesis.
Lester, Der vierte Kontinent, Berlin Verlag. Eine klare Empfehlung.
Ansonsten führe ich immer noch Krieg mit Jonathan Littell (Die Wohlgesinnten, ebenfalls Berlin Verlag) und bin diesmal frohen Mutes, selbigen zu gewinnen.
Zuletzt geändert von Einwendungsduschgriff am Donnerstag 18. August 2011, 16:34, insgesamt 2-mal geändert.
Hier gibt's nichts zu lachen, erst recht nichts zu feiern.
Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten. Ein homosexueller SS-Offizier, der mit der Judenvernichtung betraut ist, als Kind eine inzestiöse Beziehung zu seiner Zwillingsschwester pflegte, seine Mutter und seinen Stiefvater ermordete... Sehr zu empfehlen!
Wird Sperma [...] durch das Verschulden eines anderen vernichtet, dann steht dem Spender unter dem Gesichtspunkt der Körperverletzung ein Anspruch auf Schmerzensgeld zu. BGH NJW 1994, 127
Mehr kann man ja kaum noch in ein Buch packen, oder?
Chefreferendar 9.5.2012 09:39: "Ich erkläre hier fast alles."
Never argue with an idiot, they drag you down to their level and beat you with experience!
Der Horizont mancher Leute ist ein Kreis mit Radius 0; das nennen sie dann ihren Standpunkt.
recht_selten hat geschrieben:Diesen Thread gibts schon mal, aber er ist recht alt, darum ein neuer Versuch: für alle die sich gerne mit "richtiger" (d.h. nicht-juristischer ) Literatur befassen. Damit der neue Thread auch seine Existenzberechtigung hat, könnte man ja den Schwerpunkt auf eher aktuelle Bücher legen.
Gelesen und für gut und amüsant befunden: Houellebecq, Karte und Gebiet.
Gut, aber er hat es schon besser gemacht: P. Roth, Nemesis.
Allerdings: Portnoys Beschwerden. Aber eher ein Männerbuch.
Oder auch: "Der Weg des wahren Mannes", Leseprobe hier(Verwaister Link http://www.david-deida.de/mann_leseprobe.pdf automatisch entfernt). Gutes Buch übrigens, irgendwie.
»Wir empfehlen Ihnen den Postweg für alle Mitteilungen, die von keiner anderen Stelle gelesen oder zur Kenntnis genommen werden sollen.« - Rentenversicherung
recht_selten hat geschrieben:Diesen Thread gibts schon mal, aber er ist recht alt, darum ein neuer Versuch: für alle die sich gerne mit "richtiger" (d.h. nicht-juristischer ) Literatur befassen. Damit der neue Thread auch seine Existenzberechtigung hat, könnte man ja den Schwerpunkt auf eher aktuelle Bücher legen.
Gelesen und für gut und amüsant befunden: Houellebecq, Karte und Gebiet.
Gut, aber er hat es schon besser gemacht: P. Roth, Nemesis.
Allerdings: Portnoys Beschwerden. Aber eher ein Männerbuch.
Korrekt Naja, eigentlich sind viele seiner Bücher irgendwie eher Männerbücher... Fand von seinen kürzeren Romanen "Jedermann" (genial trockener Schluss) und "Empörung" besser.
Genial, aber wegen begrenzter Lebens- und Lesenszeit kaum vollständig lesbar: David Foster Wallace: "Unendlicher Spaß". Kurzweilig und brilliant vom selben Autor seine Reisereportage "Schrecklich amüsant -aber in Zukunft ohne mich" oder sein Essay "Am Beispiel des Hummers" (das ist was für die Mittagspause!)
rOYAL hat geschrieben:Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten. Ein homosexueller SS-Offizier, der mit der Judenvernichtung betraut ist, als Kind eine inzestiöse Beziehung zu seiner Zwillingsschwester pflegte, seine Mutter und seinen Stiefvater ermordete... Sehr zu empfehlen!
Empfehle ich von Hans Fallada "Jeder stribt für sich allein" als eine interessante "Gegen"- bzw. "Anschlusslektüre". Selbe Zeit (wenn auch in der "Heimat" spielend) aber keine überzeichneten, monströsen Figuren, eher das Regime in seiner ganzen schmierigen Alltäglichkeit.
Definition "Männerbuch": Der Mann als technisch/logisch/(...) orientiertes Wesen in einer für ihn unverständlichen emotionalisierten Welt als leidendes (alternativ: rächendes) Wesen *duck*
um das Spektrum etwas zu erweitern:
Neu und alt zugleich mit einer spannenden Geschichte drumherum: Tolstaja, Eine Frage der Schuld
"Auch eine stehengebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen; es kommt nur darauf an, daß man im richtigen Augenblick hinschaut." (Alfred Polgar)
julée hat geschrieben:Definition "Männerbuch": Der Mann als technisch/logisch/(...) orientiertes Wesen in einer für ihn unverständlichen emotionalisierten Welt als leidendes (alternativ: rächendes) Wesen *duck*
Das trifft noch eher auf Houellebecq zu (leidendes und (durch Zynismus) rächendes Wesen + ziemlich viel Sex, vgl. z.B. "Plattform") Roth tätest du damit Unrecht.
September kommt der neue (diesmal offenbar) Roman von Ferdinand von Schriach. Was haltet ihr von seinen bisherigen Büchern ("Schuld", "Verbrechen" - mein Urteil nebenbei bemerkt positiv ) - hat ja durchaus juristischen Bezug - insb. von dem z.T. erhobenem Vorwurf, er verschaffe sich Bekanntheit auf Kosten seiner ehemaligen Mandanten?
Zuletzt geändert von recht_selten am Donnerstag 18. August 2011, 17:38, insgesamt 1-mal geändert.
julée hat geschrieben:Definition "Männerbuch": Der Mann als technisch/logisch/(...) orientiertes Wesen in einer für ihn unverständlichen emotionalisierten Welt als leidendes (alternativ: rächendes) Wesen *duck*
Roth tätest du damit Unrecht.
Dann schreibt Roth eben per Definition keine "Männer-Bücher"
"Auch eine stehengebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen; es kommt nur darauf an, daß man im richtigen Augenblick hinschaut." (Alfred Polgar)
Ich bin eher einfältig veranlagt, Weltliteratur kann ich mangels Verständnis nicht empfehlen. Aber ich lege immer wieder gerne ans Herz alles von Terry Pratchett. Insbesondere:
"Small Gods" einerseits und "Good Omens" andererseits (letzteres zusammen mit Neil Gaiman) Leider so richtig gut nur im Original auf Englisch weil bei den Übersetzungen von Pratchett Büchern viel Wortwitz verloren geht.
(Fast alles andere von Pratchett ist natürlich auch gut, aber die irgendwie besonders)
Etwas leichtere Kost, aber sehr gut (wenn auch alt, aber gerade neu herausgeben) sind eigentlich alle (?, hab dann doch nicht alle gelesen, sind einfach zu viele ) Romane von Simenon. Für mich DER Krimi-Autor (lese sonst eigentlich kaum welche )
recht_selten hat geschrieben:September kommt der neue (diesmal offenbar) Roman von Ferdinand von Schriach. Was haltet ihr von seinen bisherigen Büchern ("Schuld", "Verbrechen" - mein Urteil nebenbei bemerkt positiv ) - hat ja durchaus juristischen Bezug - insb. von dem z.T. erhobenem Vorwurf, er verschaffe sich Bekanntheit auf Kosten seiner ehemaligen Mandanten?
Mir haben beide Bücher recht gut gefallen. Allerdings hatte ich mir beim Lesen auch des öfteren die Frage nach der anwaltlichen Verschwiegenheitsverpflichtung gestellt, falls er die Umstände und Personen nicht arg verfremdet hat oder kein Einverständnis eingeholt hat.
Tikka hat geschrieben:Aber ich lege immer wieder gerne ans Herz alles von Terry Pratchett.