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Gürteltier
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Beitrag von Gürteltier »

Schnitte hat geschrieben: Dienstag 9. Dezember 2025, 20:10 Wer erinnert sich noch an die Kampagnen zu von der Leyens Zeiten als Verteidigungsministerin, als die Bundeswehr mit dem Etikett „familienfreundlicher Arbeitgeber“ um Rekruten werben wollte?
Damit wird die Baracke nicht voll, aber was ist so schlimm daran? Wir wollen doch möglichst eine gesunde Mischung von Leuten aus der Mitte der Gesellschaft - wieso sollten da Leute mit Kindern unerwünscht sein? Oder ist das zu uncool? ^^
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Schnitte
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Beitrag von Schnitte »

Das Schlimme daran ist, dass es einen gewissen Zielkonflikt gibt zwischen einer kampfkräftigen und einer familienfreundlichen Truppe.
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Gürteltier
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Beitrag von Gürteltier »

Jaein, eine Truppe, die nicht genügend Leute findet, da familienunfreundlich, ist ja auch nicht ideal.

Klar, ich weiß nicht, wie viel Familienväter/-mütter sagen: “Oh ja, jetzt nach dem dritten Kind Bundeswehr, genau das ist es!”

Aber eine Berufsarmee kann mE durchaus auch kampftauglich und effektiv und familienfreundlich sein. Oder woran machst du das konkret fest?
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Strich
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Beitrag von Strich »

Gürteltier hat geschrieben: Dienstag 9. Dezember 2025, 20:48
Schnitte hat geschrieben: Dienstag 9. Dezember 2025, 20:10 Wer erinnert sich noch an die Kampagnen zu von der Leyens Zeiten als Verteidigungsministerin, als die Bundeswehr mit dem Etikett „familienfreundlicher Arbeitgeber“ um Rekruten werben wollte?
Damit wird die Baracke nicht voll, aber was ist so schlimm daran? Wir wollen doch möglichst eine gesunde Mischung von Leuten aus der Mitte der Gesellschaft - wieso sollten da Leute mit Kindern unerwünscht sein? Oder ist das zu uncool? ^^
Wieso sind jetzt Kinder unerwünscht, weil man nicht familienfreundlich ist? Hasst ein Autohersteller Fahrräder, weil er nicht fahrradfreundlich ist?

Sorry auf diese Art Argumentationsfehler gehe ich echt ab ^^
Stehe zu deinen Überzeugungen soweit und solange Logik oder Erfahrung dich nicht widerlegen. Denk daran: Wenn der Kaiser nackt aussieht ist der Kaiser auch nackt ... .
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Schnitte
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Beitrag von Schnitte »

Gürteltier hat geschrieben: Dienstag 9. Dezember 2025, 23:23 Jaein, eine Truppe, die nicht genügend Leute findet, da familienunfreundlich, ist ja auch nicht ideal.

Klar, ich weiß nicht, wie viel Familienväter/-mütter sagen: “Oh ja, jetzt nach dem dritten Kind Bundeswehr, genau das ist es!”

Aber eine Berufsarmee kann mE durchaus auch kampftauglich und effektiv und familienfreundlich sein. Oder woran machst du das konkret fest?
Jetzt willst du doch wieder eine Freiwilligenarmee? Für einen Wehrpflichtigen ist der Einzug zum Wehrdienst so ungefähr das familienunfreundlichste, was ihm passieren kann.
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Beitrag von Gürteltier »

Strich hat geschrieben: Mittwoch 10. Dezember 2025, 09:30
Gürteltier hat geschrieben: Dienstag 9. Dezember 2025, 20:48
Schnitte hat geschrieben: Dienstag 9. Dezember 2025, 20:10 Wer erinnert sich noch an die Kampagnen zu von der Leyens Zeiten als Verteidigungsministerin, als die Bundeswehr mit dem Etikett „familienfreundlicher Arbeitgeber“ um Rekruten werben wollte?
Damit wird die Baracke nicht voll, aber was ist so schlimm daran? Wir wollen doch möglichst eine gesunde Mischung von Leuten aus der Mitte der Gesellschaft - wieso sollten da Leute mit Kindern unerwünscht sein? Oder ist das zu uncool? ^^
Wieso sind jetzt Kinder unerwünscht, weil man nicht familienfreundlich ist? Hasst ein Autohersteller Fahrräder, weil er nicht fahrradfreundlich ist?

Sorry auf diese Art Argumentationsfehler gehe ich echt ab ^^
Sorry, tatsächlich nur schlecht ausgedrückt, lies anstatt “Kinder” “Menschen mit Kindern”. Also echt, das war nur ein Schnelligkeitslapsus ^^

Und unerwünscht sind sie mittelbar insoweit, als dass man, wenn man nicht “familienfreundlich” (also konkret: wenig bis unattraktiv für Leute mit Kindern) ist, dann werden diese Leute nicht dabei sein. Wenn ich 10 Kinder will und mit denen maximal viel Zeit verbringen will, werde ich ja auch nicht Partner in der GK… ^^
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Beitrag von Gürteltier »

Schnitte hat geschrieben: Mittwoch 10. Dezember 2025, 10:02
Gürteltier hat geschrieben: Dienstag 9. Dezember 2025, 23:23 Jaein, eine Truppe, die nicht genügend Leute findet, da familienunfreundlich, ist ja auch nicht ideal.

Klar, ich weiß nicht, wie viel Familienväter/-mütter sagen: “Oh ja, jetzt nach dem dritten Kind Bundeswehr, genau das ist es!”

Aber eine Berufsarmee kann mE durchaus auch kampftauglich und effektiv und familienfreundlich sein. Oder woran machst du das konkret fest?
Jetzt willst du doch wieder eine Freiwilligenarmee? Für einen Wehrpflichtigen ist der Einzug zum Wehrdienst so ungefähr das familienunfreundlichste, was ihm passieren kann.
Wir brauchen so oder so Berufssoldaten, das ist dir klar, oder? Nach 3 Monaten Wehrdienst fliegt sich der Taurus nun mal nicht (dummes Beispiel, aber du verstehst, was ich meine, oder?). Das Gefecht der verbundenen Waffen der NATO ist eine komplexe Koordinierung, da braucht man nunmal wirklich Personal vom Fach. Das wäre sonst, als würde man einen Ersti für die Verhandlungsleitung einer Zivilverhandlung am LG einteilen. (Böse Zungen würden sagen, als Strafrichter am AG würde es gar nicht auffallen…)
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Schnitte
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Beitrag von Schnitte »

Über Berufssoldaten, die Taurus fliegen, reden wir aber doch nicht, wenn die derzeitige "Neuausrichtung" der Bundeswehr zur Sprache kommt. Da geht es um einen möglichen Krieg gegen Russland, was ja auch ganz offen ausgesprochen wird. Für so einen Krieg brauchst du zwar durchaus auch Tauruspiloten, aber halt in geringen absoluten Zahlen. Vor allem aber brauchst du Infanterie für die Front, und das werden dann Leute wie du (ja, auch du!) und ich, die nach kurzer Grundausbildung losgeschickt werden. Darüber muss man sich im Klaren sein.
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Strich
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Beitrag von Strich »

Ihr kommt dann einfach in meinen Zug ^^
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famulus
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Beitrag von famulus »

Schnitte hat geschrieben: Donnerstag 11. Dezember 2025, 13:10 Über Berufssoldaten, die Taurus fliegen, reden wir aber doch nicht, wenn die derzeitige "Neuausrichtung" der Bundeswehr zur Sprache kommt. Da geht es um einen möglichen Krieg gegen Russland, was ja auch ganz offen ausgesprochen wird. Für so einen Krieg brauchst du zwar durchaus auch Tauruspiloten, aber halt in geringen absoluten Zahlen. Vor allem aber brauchst du Infanterie für die Front, und das werden dann Leute wie du (ja, auch du!) und ich, die nach kurzer Grundausbildung losgeschickt werden. Darüber muss man sich im Klaren sein.
Ja. Und was willst du mit diesen Hinweisen zum Ausdruck bringen? Ist diese Ausrichtung, diese Einschätzung und das entsprechende Aussprechen denn falsch?
»Ich kenne den Schmerz, den ich hatte, weil ich zweimal die Vorhaut mit dem Reißverschluss mitgenommen habe, so dass dieser - also Reißverschluss - einmal in einer Klinik entfernt werden musste.« - Chefreferendar
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Schnitte
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Beitrag von Schnitte »

Was ich damit ausdrücken will: Ich glaube, viele, die vehement für Aufrüstung und eine harte Linie gegen Russland eintreten, gehen bewusst oder unbewusst davon aus, dass nicht sie ganz persönlich es sind, die dann an der Front kämpfen und sterben. Sie machen sich vielleicht keine konkrete Vorstellung davon, wer es wäre, aber jedenfalls nicht sie selbst. Wenn sie sich dessen bewusst wären, dann würde ihre Einstellung dazu vielleicht anders ausfallen.
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famulus
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Beitrag von famulus »

Ah. Die gute alte "Wenn die Leute nicht so dumm wären, würden sie es so sehen wie ich"-Rhetorik. Aber aus den genannten Gründen (insb. Abschreckungswirkung und konsequente Folgenbetrachtung) halte ich eher den (pseudo-) pazifistischen Ansatz für zu kurz gesprungen.
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Beitrag von FKN993 »

Strich hat geschrieben: Donnerstag 11. Dezember 2025, 15:59 Ihr kommt dann einfach in meinen Zug ^^
Eine tollte Idee:

Stichwort "Zug"

Wehrstrafgesetz (WStG)
§ 16 Fahnenflucht
(1) Wer eigenmächtig seine Truppe oder Dienststelle verläßt oder ihr fernbleibt, um sich der Verpflichtung zum Wehrdienst dauernd oder für die Zeit eines bewaffneten Einsatzes zu entziehen oder die Beendigung des Wehrdienstverhältnisses zu erreichen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.
(3) Stellt sich der Täter innerhalb eines Monats und ist er bereit, der Verpflichtung zum Wehrdienst nachzukommen, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren.
(4) Die Vorschriften über den Versuch der Beteiligung nach § 30 Abs. 1 des Strafgesetzbuches gelten für Straftaten nach Absatz 1 entsprechend.
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Beitrag von Gürteltier »

Schnitte hat geschrieben: Donnerstag 11. Dezember 2025, 18:15 Was ich damit ausdrücken will: Ich glaube, viele, die vehement für Aufrüstung und eine harte Linie gegen Russland eintreten, gehen bewusst oder unbewusst davon aus, dass nicht sie ganz persönlich es sind, die dann an der Front kämpfen und sterben. Sie machen sich vielleicht keine konkrete Vorstellung davon, wer es wäre, aber jedenfalls nicht sie selbst. Wenn sie sich dessen bewusst wären, dann würde ihre Einstellung dazu vielleicht anders ausfallen.
Nur fürs Protokoll (ich habe mich da selbst falsch ausgedrückt): Der Taurus ist ein Marschflugkörper, da sitzt (meinem Verständnis nach) hoffentlich niemand drin (insbesondere keine Fachkraft!).
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Beitrag von Gürteltier »

Schnitte hat geschrieben: Donnerstag 11. Dezember 2025, 18:15 Was ich damit ausdrücken will: Ich glaube, viele, die vehement für Aufrüstung und eine harte Linie gegen Russland eintreten, gehen bewusst oder unbewusst davon aus, dass nicht sie ganz persönlich es sind, die dann an der Front kämpfen und sterben. Sie machen sich vielleicht keine konkrete Vorstellung davon, wer es wäre, aber jedenfalls nicht sie selbst. Wenn sie sich dessen bewusst wären, dann würde ihre Einstellung dazu vielleicht anders ausfallen.
Die Idee ist ja kein “Wettrüsten”, um “viel Bumms” zu machen (Parallele zB 1. WK). Die Idee ist es, durch Aufrüstung von einem Angriff abzuschrecken. Wenn Russland tatsächlich weitläufig die EU angreift, ist sowieso schon der erste Teil des Kinds ins Bade gefallen.

Denn das Narrativ, dass, wer sich nicht aufrüstet, nicht am Krieg teilnimmt, ist ja auch falsch. Also evtl. ist es insoweit richtig, dass sie sich einfach nach 3 Tagen des Krieges kampflos ergeben. Das wollen wir ja aber auch irgendwie nicht, oder? Je abwehrfähiger wir sind, desto weniger wahrscheinlich müssen wir kämpfen.

Oder siehst du die Konfrontation als unumgänglich?

Aber selbst dann: Ich will nicht auf der Seite käufen, die mit Stöcken gegen Atomtorpedos kämpft (Metapher).
Zuletzt geändert von Gürteltier am Donnerstag 11. Dezember 2025, 18:50, insgesamt 2-mal geändert.
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