FKN993 hat geschrieben: Mittwoch 17. September 2025, 17:17
Mike hat geschrieben: Mittwoch 17. September 2025, 17:00
Es ist nicht Wunsch X geplatzt. Ich hatte nie einen speziellen Berufswunsch, der nur mit zweitem Examen möglich ist.
Ich will einfach irgendeinen halbwegs gut bezahlten job, halbwegs in meiner nähe finden. That's it.
Aber leider finde ich ja nichtmal das.
Dachte eigentlich auch gehobener Dienst wird kein Problem, weil dafür ja sogar Bachelor of Laws oder Verwaltungslehrgang II oft reicht.
Ich krieg aber trotzdem nix.
Na gut, du musst dir schon überlegen, was du möchtest. Egal, was du tust. Habe noch nie einen erfolgreichen Menschen gesehen, der keine Orientierung hatte. Tut mir leid, dass ich das sage.
Ich glaube ich verstehe dich einfach nicht.
Warum soll ich keine Orientierung haben, wenn ich mich bei zig Verwaltungsstellen und Versicherungen bewerben aber nicht genommen werde?
Was hat das bitte mit Orientierung zu tun?
Du hast ja geschildert, dass du dich mehr oder weniger aufgegeben hast. Damit hast du das Ziel losgelassen, weil du grundsätzlich davon ausgehst, dass dich niemand einstellen wird. Damit hast du dich quasi selbst in eine innere Orientierungslosigkeit begeben. Verständlich, dass du natürlich unbedingt sofort aus der Situation herauskommen willst, aber nur irgendeinen "halbwegs gut bezahlten" Job zu wollen, ist denke nicht die richtige Einstellung, weil es zu abstrakt ist. Mach dir bewusst, dass dein Diplom etwas wert ist, vor allem in Kombination, und dann wirst du Chancen sehen, die du vielleicht selbst noch nicht ganz erkannt hast. Dein grundsätzlich pessimistisches Denken steht ja auch in einer Wechselwirkung mit deinem inneren Befinden.
Mike hat geschrieben: Mittwoch 17. September 2025, 17:00Es ist nicht Wunsch X geplatzt. Ich hatte nie einen speziellen Berufswunsch, der nur mit zweitem Examen möglich ist.
Ich will einfach irgendeinen halbwegs gut bezahlten job, halbwegs in meiner nähe finden. That's it.
Dann spricht ja nichts gegen ein anderes Studium oder eine Ausbildung mit besseren Berufschancen, ggf. auch aufgrund eines besseren Abschlusses.
Mike hat geschrieben: Mittwoch 17. September 2025, 17:00Aber leider finde ich ja nichtmal das.
"Mir ist völlig egal, was ich mache, Hauptsache etwas Kohle und nicht umziehen" ist möglicherweise nicht die Motivation, die potentielle Arbeitgeber begeistert.
Mike hat geschrieben: Mittwoch 17. September 2025, 17:00
Ich hatte nie einen speziellen Berufswunsch, der nur mit zweitem Examen möglich ist.
Ich will einfach irgendeinen halbwegs gut bezahlten job, halbwegs in meiner nähe finden. That's it.
Wenn das die Zielvorgabe ist, verstehe ich aber nicht, warum du ein anderes Studium (oder Ausbildung, oder oder oder…) außerhalb von Jura kategorisch ausschließt.
"Das Vertragsrecht der Bundesrepublik Deutschland und die gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten, die Erfüllung von Verträgen zu erzwingen…verstoßen nicht gegen göttliches Recht."
--- Offizialat Freiburg, NJW 1994, 3375 (Leitsatz der Redaktion)
Also ich will jetzt mal doch etwas dazu schreiben. Ich hatte mich bei meinem ersten Beitrag bewusst zurückgehalten, weil ich nicht irgendwie besonders großartige Tipps geben wollte. Aber es ist tatsächlich auch nicht so gut, wenn jetzt eine Gruppendynamik entsteht, die den Poster (mit guter Absicht) zumindest gefühlt ein kleines Bisschen “runter macht” (also das ist jetzt kein Angriff an die vielen hilfreichen Postings).
Mike: Ich kenne dich nicht und ich will mich ja auch nicht daran versuchen, hier dich und dein Leben zu analysieren. Du schreibst ja aber selbst, dass du - so habe ich es verstanden - relativ schwer an einer Depression erkrankt bist.
Es ist unglaublich schwer, in einer solchen Situation genug Selbstbewusstsein zusammenzuraffen, um einen großen beruflichen Neuanfang anzutreten. Es ist für uns nicht wirklich nachvollziehbar, wie hart einen so etwas treffen kann, weil für uns alle ist unser Beruf und unsere Ausbildung einfach ein zentraler Aspekt unseres Lebens, so wie die Familie, Freunde, Heimat, Partnerschaft etc. Manchmal klappt es in einem Aspekt davon nicht und man kommt darüber hinweg, manchmal kann sowas aber auch so krass sein, dass man da nicht alleine rauskommt.
Ich kann und will erneut nicht zu viel hineininterpretieren, ich kenne aber Leute, die an schwerer Depression erkrankt sind und deine Gedanken (“niemand will mich mit meinem Abschluss”, “das wird alles nichts”, …) sind leider auch eine typische Symptomatik einer Depression. Und wenn ein solches Gefühl dann von außen (Bewerbungsabsagen) verstärkt wird, ist das dann unglaublich schwierig.
Ich weiß nicht ob das hilft, aber erstens ist es ganz normal, dass man Absagen bekommt: Ich habe in meinem Umfeld viele, die Absagen bei ihren Bewerbungen nach dem (ordentlichen) 2. StEx bekommen haben und ich selbst habe auch schon mit ziemlich guten Noten Absagen bekommen - man sollte das nie überinterpretieren oder persönlich nehmen. Das ist nur ein “Konzern” (oder eben der Staat), der nicht weiter denkt, als dass er X Stellen zu besetzen hat. Gerade beim Staat gibt’s teilweise komische Richtlinien zur Stellenvergabe.
Zweitens kenne ich auch viele Beispiele davon, wie Leute es auch aus depressiven Phasen wieder herausgeschafft haben.
Aber ich glaube, das klappt nicht, wenn man - selbst online - zu sehr abgekanzelt wird.
Schnitte hat geschrieben: Donnerstag 18. September 2025, 18:41
Mike hat geschrieben: Mittwoch 17. September 2025, 17:00
Ich hatte nie einen speziellen Berufswunsch, der nur mit zweitem Examen möglich ist.
Ich will einfach irgendeinen halbwegs gut bezahlten job, halbwegs in meiner nähe finden. That's it.
Wenn das die Zielvorgabe ist, verstehe ich aber nicht, warum du ein anderes Studium (oder Ausbildung, oder oder oder…) außerhalb von Jura kategorisch ausschließt.
Weil ich nicht nochmal was neues anfangen möchte in einem ganz anderen Bereich, sondern schon zumindest entfernt was juristisches machen möchte.
Mike hat geschrieben: Freitag 19. September 2025, 20:19
Weil ich nicht nochmal was neues anfangen möchte in einem ganz anderen Bereich, sondern schon zumindest entfernt was juristisches machen möchte.
Dann ist aber deine Aussage
Ich will einfach irgendeinen halbwegs gut bezahlten job, halbwegs in meiner nähe finden. That's it.
unzutreffend, weil sie die Einschränkung "zumindest entfernt was juristisches" nicht berücksichtigt.
Es ist völlig OK, diese Einschränkung mit in die Zielfunktion aufzunehmen, denn die Definition des Ziels ist jedem selbst überlassen; aber man sollte sich im Klaren sein, was das Ziel denn nun ist. Vielleicht finden sich außerhalb des juristischen Bereichs in deiner Nähe gut bezahlte Jobs in Tätigkeiten, die dir Spaß machen würden (Handwerksberufe beispielsweise sind notorisch unterbesetzt und daher mittlerweile sehr gut bezahlt). Dann musst du abwägen, ob dir der Verbleib im juristischen Bereich so wichtig ist, dafür die Aussicht auf solche Stellen auszuschlagen, wenn ansonsten - Bezahlung, Ort, Spaß an der Arbeit - eigentlich alles passen würde. Das ist eine Abwägung, die nur du vornehmen kannst; ich würde nur halt raten, sie bewusst vorzunehmen.
"Das Vertragsrecht der Bundesrepublik Deutschland und die gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten, die Erfüllung von Verträgen zu erzwingen…verstoßen nicht gegen göttliches Recht."
--- Offizialat Freiburg, NJW 1994, 3375 (Leitsatz der Redaktion)
Schnitte hat geschrieben: Samstag 20. September 2025, 11:59
Mike hat geschrieben: Freitag 19. September 2025, 20:19
Weil ich nicht nochmal was neues anfangen möchte in einem ganz anderen Bereich, sondern schon zumindest entfernt was juristisches machen möchte.
Dann ist aber deine Aussage
Ich will einfach irgendeinen halbwegs gut bezahlten job, halbwegs in meiner nähe finden. That's it.
unzutreffend, weil sie die Einschränkung "zumindest entfernt was juristisches" nicht berücksichtigt.
Es ist völlig OK, diese Einschränkung mit in die Zielfunktion aufzunehmen, denn die Definition des Ziels ist jedem selbst überlassen; aber man sollte sich im Klaren sein, was das Ziel denn nun ist. Vielleicht finden sich außerhalb des juristischen Bereichs in deiner Nähe gut bezahlte Jobs in Tätigkeiten, die dir Spaß machen würden (Handwerksberufe beispielsweise sind notorisch unterbesetzt und daher mittlerweile sehr gut bezahlt). Dann musst du abwägen, ob dir der Verbleib im juristischen Bereich so wichtig ist, dafür die Aussicht auf solche Stellen auszuschlagen, wenn ansonsten - Bezahlung, Ort, Spaß an der Arbeit - eigentlich alles passen würde. Das ist eine Abwägung, die nur du vornehmen kannst; ich würde nur halt raten, sie bewusst vorzunehmen.
Ich ging davon aus, dass es einleuchten sollte, dass es was juristisches sein soll.
Aber hier wird wieder dumm rumgedreht und bescheuerte Wortakrobatik bertrieben, wie so ne Kacke in Foren halt immer typisch ist.
Ist mir zu blöd, ich bin raus.
Junge, es geht mir nicht um Wortklauberei. Es geht mir darum, dass du dir bewusst machst, was du eigentlich willst und wo deine Prioritäten liegen, und dann an der Umsetzung arbeitest. Aber dazu ist es wichtig, dass erstmal du aus diesem Selbstbemitleidungsmodus rauskommst.
"Das Vertragsrecht der Bundesrepublik Deutschland und die gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten, die Erfüllung von Verträgen zu erzwingen…verstoßen nicht gegen göttliches Recht."
--- Offizialat Freiburg, NJW 1994, 3375 (Leitsatz der Redaktion)
Ich halte es immer für ein zweischneidiges Schwert, auf solch sensible Posts wie von Mike dezidiert zu antworten, weil.. man kann hier - unbewusst - auch viel schreiben, was verletzt. Lasst uns einfach hoffen, das Mike wieder auf die Beine kommt.