Reißleine ziehen?
Verfasst: Donnerstag 9. Januar 2025, 01:33
Hallo liebes Forum,
ich befinde mich momentan in einer schwierigen Situation und würde gerne eure Meinung dazu hören. Ich stehe kurz vor dem Abschluss meines Studiums zur Ersten Juristischen Prüfung. Alle erforderlichen Scheine sowie die Schwerpunktbereichsprüfung habe ich bereits erfolgreich abgeschlossen. Für den Abschluss fehlt mir nur noch die staatliche Pflichtfachprüfung.
Seit etwa neun Monaten nehme ich an einem Repetitorium teil und habe in dieser Zeit rund 30 Probeklausuren geschrieben. Leider sind die Ergebnisse bislang nicht gut, und ich fühle mich noch weit davon entfernt, das Examen erfolgreich abzulegen. Die in den Klausuren behandelten Problemstellungen bereiten mir große Schwierigkeiten, und der Prüfungsstress hat dazu geführt, dass ich mehrfach krank wurde. Aktuell sehe ich keine realistische Chance, mich für die Pflichtfachprüfung anzumelden, geschweige denn sie zu bestehen.
In meinem Bundesland besteht allerdings seit Kurzem die Möglichkeit, alternativ einen Bachelor of Laws (LL.B.) zu erwerben. Dies wäre mir bereits heute möglich, da ich die dafür notwendigen Voraussetzungen erfülle. Meine bisherigen Studienleistungen (Durchschnitt 9,x Punkte) sowie ein mit „gut“ abgeschlossener Schwerpunktbereich würden in die Endnote einfließen und könnten mir hierbei zugutekommen. Ich überlege nun, den LL.B. als Abschluss zu wählen und auf die Pflichtfachprüfung zu verzichten.
Zusätzlich denke ich darüber nach, im Anschluss einen einjährigen Master of Laws (LL.M.) – möglicherweise im Ausland – zu absolvieren und mir danach einen Job als (Wirtschafts-)jurist in einem Unternehmen oder einer Kanzlei zu suchen. Mir ist bewusst, dass ich damit voraussichtlich weniger verdienen würde als ein Volljurist, aber ich frage mich, ob dieser Weg eine ernsthafte Alternative zu den beiden Staatsexamen sein könnte.
Ich habe nicht direkt nach dem Abitur mit dem Studium begonnen und bin inzwischen Mitte 20. Die Aussicht, noch mindestens drei bis vier Jahre (mit Referendariat) in eine stressige und ungewisse Ausbildung zu investieren, ist für mich nicht besonders attraktiv – insbesondere, da ich aktuell nicht sicher bin, ob ich die Examina erfolgreich abschließen würde oder ob meine Leistungen selbst bei Erfolg überhaupt über der 4-5-Punkte-Marke lägen.
Was denkt ihr? Ist ein LL.B. kombiniert mit einem LL.M. eine solide Grundlage für den Einstieg in den Arbeitsmarkt, oder sollte ich trotz der Schwierigkeiten versuchen, die beiden Staatsexamen zu absolvieren? Ich würde mich über eure Einschätzungen und Erfahrungen freuen.
Vielen Dank!
ich befinde mich momentan in einer schwierigen Situation und würde gerne eure Meinung dazu hören. Ich stehe kurz vor dem Abschluss meines Studiums zur Ersten Juristischen Prüfung. Alle erforderlichen Scheine sowie die Schwerpunktbereichsprüfung habe ich bereits erfolgreich abgeschlossen. Für den Abschluss fehlt mir nur noch die staatliche Pflichtfachprüfung.
Seit etwa neun Monaten nehme ich an einem Repetitorium teil und habe in dieser Zeit rund 30 Probeklausuren geschrieben. Leider sind die Ergebnisse bislang nicht gut, und ich fühle mich noch weit davon entfernt, das Examen erfolgreich abzulegen. Die in den Klausuren behandelten Problemstellungen bereiten mir große Schwierigkeiten, und der Prüfungsstress hat dazu geführt, dass ich mehrfach krank wurde. Aktuell sehe ich keine realistische Chance, mich für die Pflichtfachprüfung anzumelden, geschweige denn sie zu bestehen.
In meinem Bundesland besteht allerdings seit Kurzem die Möglichkeit, alternativ einen Bachelor of Laws (LL.B.) zu erwerben. Dies wäre mir bereits heute möglich, da ich die dafür notwendigen Voraussetzungen erfülle. Meine bisherigen Studienleistungen (Durchschnitt 9,x Punkte) sowie ein mit „gut“ abgeschlossener Schwerpunktbereich würden in die Endnote einfließen und könnten mir hierbei zugutekommen. Ich überlege nun, den LL.B. als Abschluss zu wählen und auf die Pflichtfachprüfung zu verzichten.
Zusätzlich denke ich darüber nach, im Anschluss einen einjährigen Master of Laws (LL.M.) – möglicherweise im Ausland – zu absolvieren und mir danach einen Job als (Wirtschafts-)jurist in einem Unternehmen oder einer Kanzlei zu suchen. Mir ist bewusst, dass ich damit voraussichtlich weniger verdienen würde als ein Volljurist, aber ich frage mich, ob dieser Weg eine ernsthafte Alternative zu den beiden Staatsexamen sein könnte.
Ich habe nicht direkt nach dem Abitur mit dem Studium begonnen und bin inzwischen Mitte 20. Die Aussicht, noch mindestens drei bis vier Jahre (mit Referendariat) in eine stressige und ungewisse Ausbildung zu investieren, ist für mich nicht besonders attraktiv – insbesondere, da ich aktuell nicht sicher bin, ob ich die Examina erfolgreich abschließen würde oder ob meine Leistungen selbst bei Erfolg überhaupt über der 4-5-Punkte-Marke lägen.
Was denkt ihr? Ist ein LL.B. kombiniert mit einem LL.M. eine solide Grundlage für den Einstieg in den Arbeitsmarkt, oder sollte ich trotz der Schwierigkeiten versuchen, die beiden Staatsexamen zu absolvieren? Ich würde mich über eure Einschätzungen und Erfahrungen freuen.
Vielen Dank!