Verzweifelt wegen eines Ausrutschers nach unten

Allgemeine Fragen zum Jurastudium (Anforderungen, Ablauf etc.)

Moderator: Verwaltung

studiurhessen
Newbie
Newbie
Beiträge: 1
Registriert: Freitag 25. Juli 2025, 16:18

Beitrag von studiurhessen »

Ich flehe dich an lösch dieses Jodel OK, ich Kann das lästern nicht mehr ertragen. Mir geht es seit Monaten immer schlechter wegen Jodel und dem Mobbingc bitte hab Mitleid und lösche das. Ich flehe dich an, ich kann es nicht mehr aushalten das alles mitzulesen

Ich habe übrigens remonstriert und 10 Punkte in der Klausur nun erhalten. Muss doch am Korrektor gelgen haben.
Zuletzt geändert von studiurhessen am Mittwoch 13. August 2025, 18:57, insgesamt 3-mal geändert.
Benutzeravatar
GetMeOut
Power User
Power User
Beiträge: 492
Registriert: Sonntag 4. März 2018, 16:40
Ausbildungslevel: RA

Beitrag von GetMeOut »

Das Wichtigste hast du bereits erkannt. Deine Überlegung, das Studium abzubrechen, ist irrational. Auch hast du die Klausur nicht "komplett verkackt", sondern bestanden.

Im Leistungssport ist es ein Gemeinplatz, dass man aus Misserfolgen und Fehlern wertvolle Lehren ziehen kann und muss. Für den akademischen Dauerlauf eines Studiums gilt hier nichts anderes: Analysiere deine Fehler und lerne daraus.

Das eigentliche Problem scheint mir dein Ehrgeiz zu sein sowie deine Vorstellung, du stündest in Konkurrenz zu den "wirklich Guten" (wer auch immer das sein soll). Von deiner ungesunden Selbstverpflichtung, Klausuren und Hausarbeiten zweistellig abliefern zu müssen, solltest du Abstand nehmen. Hier kann man nur zu mehr Lockerheit appellieren, zumal solche Dinge wie das von dir geschätzte ToR keine wirkliche Relevanz haben. Abgerechnet wird mit dem Examen, davor darf und muss man sich Fehltritte erlauben.

Misserfolge wirst du i.Ü. noch so einige haben - sei es im Studium selbst, später im Ref und in der Praxis, oder natürlich im Privaten. Damit wirst du umgehen müssen, ohne alles hinzuwerfen. Ein gut verstandenes Studium bereitet darauf vor.
Benutzeravatar
thh
Super Mega Power User
Super Mega Power User
Beiträge: 5430
Registriert: Dienstag 18. August 2009, 15:04
Ausbildungslevel: Interessierter Laie

Beitrag von thh »

studiurhessen hat geschrieben: Freitag 25. Juli 2025, 16:20 Bis gestern war das Semester so gelaufen, ich habe es geschafft, 2 Hausarbeiten und 7 Klausuren und dadurch eine Zwischenprüfung und zwei Übungen für Fortgeschrittene in einem Semester zu erledigen:

Zwischenprüfung im Öffentlichen Recht:

Hausarbeit: 14 Punkte; 1. Klausur: 14 Punkte, beste Note; 2. Klausur: 16 Punkte, beste Note; 3. Klausur: 15 Punkte

Übung für Fortgeschrittene im Zivilrecht:

Hausarbeit: nicht geschrieben, die schreibe ich jetzt; 1. Klausur: 14 Punkte, beste Note; 2. Klausur: nicht mitgeschrieben; 3. Klausur: 16 Punkte, beste Note

Übung für Fortgeschrittene im Strafrecht:

Hausarbeit: 14 Punkte; 1. Klausur: 14 Punkte; 2. Klausur: nicht mitgeschrieben.

Also insgesamt ein extrem erfolgreiches Semester.
Herzlichen Glückwunsch!
studiurhessen hat geschrieben: Freitag 25. Juli 2025, 16:20 Nach einem sehr erfolgreichen Semester habe ich plötzlich bei der letzten Klausur einen kompletten Ausfall gehabt und eine extrem schlechte Note bekommen, und seitdem denke ich darüber nach, abzubrechen, weil mir der Gedanke, dass die Note auf meinem Transcript of Records steht und den guten Eindruck zerstört, extrem zusetzt.
Das ist eine völlig irrationale Überlegung, aus mehreren Gründen:

- Die Noten im Studium sind weitgehend bedeutungslos und interessieren später niemanden mehr. Relevant sind die Examensnoten, und auch da die Gesamtnote, nicht die Noten einzelner Klausuren.

- Auch ein Schnitt von 13,5 Punkten ist herausragend, selbst wenn eine der Klausuren nur mit ausreichend bestanden wurde.
studiurhessen hat geschrieben: Freitag 25. Juli 2025, 16:20 Bis gestern die Note für die 3. Klausur im Strafrecht kam. Es ging um Brandstiftungsdelikte, was ich schon intensiv gelernt und wiederholt hatte und wo ich mich richtig fit fühlte. Jedoch war ich in der Klausur an einigen Stellen unsicher und habe in der letzten Minute meinen Aufbau bei einer Stelle umgeschmissen, da ich in der Aufregung mich plötzlich davon überzeugt hatte, dass eine Qualifikation auch nur versucht sein kann, wenn das Grunddelikt nur versucht ist. Auch an einer anderen Stelle, wo das Problem "gemischt-genutzte Gebäude" zu thematisieren gewesen wäre, habe ich es nicht erkannt, weil es hier nicht um die typische Konstellation Büro/Wohngebäude ging, sondern um einen Warenlagerraum und eine Kita, also eine Räumlichkeit, die dem zeitweisen Aufenthalt von Menschen dient.

Jedenfalls aufgrund dieser Probleme habe ich in der Klausur 5 (FÜNF) Punkte bekommen. Das ist mir noch nie passiert. In Klausuren war meine schlechteste Note einmal 9, im Strafrecht hatte ich ansonsten in Klausuren 13, 15, 13 und 14 gehabt. Und plötzlich lande ich im ausreichenden Bereich.
Ja, das passiert. Kann auch im Examen passieren. Kann auch im "realen Leben" - also im Beruf - passieren. Ab und an hat man Blackouts oder liegt völlig daneben.

In beiden Fällen ist das weitgehend oder sogar völlig egal. Im Examen ist ein Ausrutscher - insbesondere bei ansonsten hervorragenden Noten - weitgehend irrelevant, weil er den Schnitt nicht signifikant verändert. Im Beruf hat man Kollegen, mit denen man solche Fälle durchsprechen kann, und selbst wenn nicht: Pannen passieren.
studiurhessen hat geschrieben: Freitag 25. Juli 2025, 16:20Dass ich die Grundsätze der gemischt-genutzten Gebäude hier nicht angewandt habe, gibt mir das Gefühl, als hätte ich gar kein echtes Verständnis, sobald eine Konstellation minimalst anders ist als bekannt, sodass ich Parallelen nicht erkenne.
Es ist extrem unwahrscheinlich, durch bloßes Auswendiglernen so viele Klausuren mit so hohen Noten zu absolvieren. Dass man einmal - unter dem Zeit- und Prüfungsdruck einer Klausur - etwas übersieht, ist normal, menschlich und kein Grund zu der Annahme, es fehle tatsächlich am Verständnis.
Sebast1an
Power User
Power User
Beiträge: 679
Registriert: Sonntag 5. August 2012, 19:37
Ausbildungslevel: Ass. iur.

Beitrag von Sebast1an »

Troll-Post?
Ich bin auch nur ein Mensch. Genauso wie ein Weißer Hai auch nur ein Fisch ist. (Zlatan Ibrahimović)
Joshua
Mega Power User
Mega Power User
Beiträge: 2692
Registriert: Freitag 31. August 2007, 14:53

Beitrag von Joshua »

Geil, wie hier noch bierernste Antworts-Romane auf dieses erkennbar dem Bereich der Satire entsprungene Posting geschrieben werden. :D :D :D

„In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.“
Egon Bahr 2013
Gürteltier
Super Power User
Super Power User
Beiträge: 1531
Registriert: Dienstag 11. März 2025, 09:32
Ausbildungslevel: Au-was?

Beitrag von Gürteltier »

Jemand schreibt regelmäßig ein “gut” und das ist deshalb direkt Satire? Eventuell handelt es sich einfach um einen guten (oder zumindest strebsamen) angehenden Juristen.

Aber ja, ist schon alles bisschen dick aufgetragen. Wer auf 14 Punkte lernt, landet, bekanntermaßen, auch mal schnell bei 12.
Benutzeravatar
scndbesthand
Mega Power User
Mega Power User
Beiträge: 2133
Registriert: Freitag 18. Januar 2008, 17:08
Ausbildungslevel: Anderes

Beitrag von scndbesthand »

Niederlagen muss man auch wegstecken lernen.
„Willkommen beim kassenärztlichen Servicecenter. Hinweise zum Datenschutz finden Sie unter ElfSechsElfSieben Punkt DeEh Släsch Datenschutz. Wenn Sie in einer lebensbedrohlichen Situation sind, legen Sie bitte jetzt auf und wählen EinsEinsZwei.“
Benutzeravatar
famulus
Fossil
Fossil
Beiträge: 10631
Registriert: Freitag 12. März 2004, 12:55
Ausbildungslevel: Interessierter Laie

Beitrag von famulus »

Gürteltier hat geschrieben: Montag 28. Juli 2025, 20:48 Wer auf 14 Punkte lernt, landet, bekanntermaßen, auch mal schnell bei 12.
=D>
»Ich kenne den Schmerz, den ich hatte, weil ich zweimal die Vorhaut mit dem Reißverschluss mitgenommen habe, so dass dieser - also Reißverschluss - einmal in einer Klinik entfernt werden musste.« - Chefreferendar
Joshua
Mega Power User
Mega Power User
Beiträge: 2692
Registriert: Freitag 31. August 2007, 14:53

Beitrag von Joshua »

Wenn man auf 18 lernt und landet am Ende nur bei 17, um dann tagelang nur zu heulen und zu wissen, dass man eigentlich kein echter Jurist ist, dann nennt man das Schicksal äh Satire.

„In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.“
Egon Bahr 2013
Gürteltier
Super Power User
Super Power User
Beiträge: 1531
Registriert: Dienstag 11. März 2025, 09:32
Ausbildungslevel: Au-was?

Beitrag von Gürteltier »

Joshua hat geschrieben: Dienstag 29. Juli 2025, 13:10 Wenn man auf 18 lernt und landet am Ende nur bei 17, um dann tagelang nur zu heulen und zu wissen, dass man eigentlich kein echter Jurist ist, dann nennt man das Schicksal äh Satire.
Ich dachte immer, dass ich auf 18 gelernt hätte. Sah nur leider bisher ausnahmslos jeder Korrektor anders.
Benutzeravatar
Strich
Mega Power User
Mega Power User
Beiträge: 3051
Registriert: Samstag 9. Januar 2016, 16:52
Ausbildungslevel: Anderes

Beitrag von Strich »

Die haben ja auch keine Ahnung und Bewertungen sind willkürlich.
Stehe zu deinen Überzeugungen soweit und solange Logik oder Erfahrung dich nicht widerlegen. Denk daran: Wenn der Kaiser nackt aussieht ist der Kaiser auch nackt ... .
- Daria -

www.richtersicht.de

Seit 31.05.2022 Lord Strich
Joshua
Mega Power User
Mega Power User
Beiträge: 2692
Registriert: Freitag 31. August 2007, 14:53

Beitrag von Joshua »

Mal am Rande, unabhängig von dem ersichtlich nicht ernstgemeinten Ausgangsposting:

Was gute Juristen von weniger guten unterscheidet, ist nicht nur der Verstand, sondern ganz besonders auch die Urteilskraft.

Das ist es, was in den AGs vielmehr geschult und vermittelt werden muss.

Kant hat die Urteilskraft sehr präzise beschrieben:

"Einleitung
Von der transzendentalen Urteilskraft überhaupt

Wenn der Verstand überhaupt als das Vermögen der Regeln erklärt wird, so ist Urteilskraft das Vermögen unter Regeln zu subsumieren, d. i. zu unterscheiden, ob etwas unter einer gegebenen Regel (casus datae legis) stehe, oder nicht. Die allgemeine Logik enthält gar keine Vorschriften für die Urteilskraft, und kann sie auch nicht enthalten. Denn da sie von allem Inhalte der Erkenntnis abstrahiert, so bleibt ihr nichts übrig, als das Geschäft, die bloße Form der Erkenntnis in Begriffen, Urteilen und Schlüssen analytisch auseinander zu setzen, und dadurch formale Regeln alles Verstandesgebrauchs zustande zu bringen. Wollte sie nun allgemein zeigen, wie man unter diese Regeln subsumieren, d. i. unterscheiden sollte, ob etwas darunter stehe oder nicht, so könnte dieses nicht anders, als wieder durch eine Regel geschehen. Diese aber erfordert eben darum, weil sie eine Regel ist, aufs neue eine Unterweisung der Urteilskraft, und so zeigt sich, daß zwar der Verstand einer Belehrung und Ausrüstung durch Regeln fähig, Urteilskraft aber ein besonderes Talent sei, welches gar nicht belehrt, sondern nur geübt sein will. Daher ist diese auch das Spezifische des sogenannten Mutterwitzes, dessen Mangel keine Schule ersetzen kann; denn, ob diese gleich einem eingeschränkten Verstande Regeln vollauf, von fremder Einsicht entlehnt, darreichen und gleichsam einpfropfen kann; so muß doch das Vermögen, sich ihrer richtig zu bedienen, dem Lehrlinge selbst angehören, und keine Regel, die man ihm in dieser Absicht vorschreiben möchte, ist, in Ermangelung einer solchen Naturgabe, vor Mißbrauch sicherDer Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen. Ein stumpfer oder eingeschränkter Kopf, dem es an nichts, als am gehörigen Grade des Verstandes und eigenen Begriffen desselben mangelt, ist durch Erlernung sehr wohl, sogar bis zur Gelehrsamkeit, auszurüsten. Da es aber gemeiniglich alsdann auch an jenem (der secunda Petri) zu fehlen pflegt, so ist es nichts ungewöhnliches, sehr gelehrte Männer anzutreffen, die, im Gebrauche ihrer Wissenschaft, jenen nie zu bessernden Mangel häufig blicken lassen.. Ein Arzt daher, ein Richter, oder ein Staatskundiger, kann viel schöne pathologische, juristische oder politische Regeln im Kopfe haben, in dem Grade, daß er selbst darin gründlicher Lehrer werden kann, und wird dennoch in der Anwendung derselben leicht verstoßen, entweder, weil es ihm an natürlicher Urteilskraft (obgleich nicht am Verstande) mangelt, und er zwar das Allgemeine in abstracto einsehen, aber ob ein Fall in concreto darunter gehöre, nicht unterscheiden kann, oder auch darum, weil er nicht genug durch Beispiele und wirkliche Geschäfte zu diesem Urteile abgerichtet worden. Dieses ist auch der einige und große Nutzen der Beispiele: daß sie die Urteilskraft schärfen. Denn was die Richtigkeit und Präzision der Verstandeseinsicht betrifft, so tun sie derselben vielmehr gemeiniglich einigen Abbruch, weil sie nur selten die Bedingung der Regel adäquat erfüllen (als casus in terminis) und überdem diejenige Anstrengung des Verstandes oftmals schwächen, Regeln im allgemeinen, und unabhängig von den besonderen Umständen der Erfahrung, nach ihrer Zulänglichkeit, einzusehen, und sie daher zuletzt mehr wie Formeln, als Grundsätze, zu gebrauchen angewöhnen. So sind Beispiele der Gängelwagen der Urteilskraft, welchen derjenige, dem es am natürlichen Talent desselben mangelt, niemals entbehren kann."

Quelle: Kant, Kritik der reinen Vernunft

„In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.“
Egon Bahr 2013
Gürteltier
Super Power User
Super Power User
Beiträge: 1531
Registriert: Dienstag 11. März 2025, 09:32
Ausbildungslevel: Au-was?

Beitrag von Gürteltier »

Strich hat geschrieben: Dienstag 29. Juli 2025, 16:27 Die haben ja auch keine Ahnung und Bewertungen sind willkürlich.
Gott würfelt nicht, der Korrektor schon.
Benutzeravatar
Strich
Mega Power User
Mega Power User
Beiträge: 3051
Registriert: Samstag 9. Januar 2016, 16:52
Ausbildungslevel: Anderes

Beitrag von Strich »

Gürteltier hat geschrieben: Dienstag 29. Juli 2025, 19:34
Strich hat geschrieben: Dienstag 29. Juli 2025, 16:27 Die haben ja auch keine Ahnung und Bewertungen sind willkürlich.
Gott würfelt nicht, der Korrektor schon.
Ich werf ja immer einen D20. Bei einer 19 oder 20 würfle ich nochmal und wenn es noch mal ne 19 oder 20 ist ist das ein kritischer Misserfolg in der Klausur, da gibts dann eben 0 Punkte.
Stehe zu deinen Überzeugungen soweit und solange Logik oder Erfahrung dich nicht widerlegen. Denk daran: Wenn der Kaiser nackt aussieht ist der Kaiser auch nackt ... .
- Daria -

www.richtersicht.de

Seit 31.05.2022 Lord Strich
Benutzeravatar
Schnitte
Super Mega Power User
Super Mega Power User
Beiträge: 5314
Registriert: Dienstag 4. März 2008, 17:37
Ausbildungslevel: Au-was?

Beitrag von Schnitte »

Dungeons & Dragons, Jura style.
"Das Vertragsrecht der Bundesrepublik Deutschland und die gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten, die Erfüllung von Verträgen zu erzwingen…verstoßen nicht gegen göttliches Recht."

--- Offizialat Freiburg, NJW 1994, 3375 (Leitsatz der Redaktion)
Antworten