https://www.spiegel.de/wirtschaft/rente ... d24aa08da1Den Grundgedanken der Verknüpfung mit den Beitragsjahren finde er »sympathischer«, als den Renteneintritt an ein bestimmtes Lebensalter zu koppeln, sagte etwa CSU-Chef Markus Söder – auch wenn es noch viele Dinge zu bedenken gebe, etwa ob in den Beitragsjahren in Teilzeit gearbeitet worden sei. Auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hält den SPD-Vorschlag für diskussionswürdig. Die von der Regierung geplante Rentenkommission müsse jetzt ohne Denkverbote und Vorfestlegungen arbeiten, sagte Linnemann den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Die Überlegung, das Renteneintrittsalter an die Zahl der Beitragsjahre zu koppeln, gehört da sicherlich dazu.«
Man sagt damit ja im Grunde genommen: Mit jedem Jahr akademischer Ausbildung rückt der Renteneintritt weiter nach hinten. Das bedeutet aber auch, dass man akademische Ausbildung irgendwo bestraft.
Die Studienzeit zählt ja zur Rente nur als sog. Anrechnungszeit, die wichtig für die Erfüllung der Mindestversicherungszeiten (Wartezeiten) ist, insbesondere für die Rente mit 63. Maximal acht Jahre für Schul- und Studienzeit werden zusammen angerechnet, aber es gibt kaum oder keine Entgeltpunkte, die die Rentenhöhe erhöhen, da keine Beiträge gezahlt wurden...
Klar, man wird das damit rechtfertigen, dass a) die Jobs von Akademikern weniger verschleißend wirken und b) Akademiker mehr verdienen, so dass Abschläge bei der Rente sie nicht ganz so hart treffen.
Aber ist das fair?
Immerhin ist ja jede langjährige akademische Ausbildung auch irgendwo eine Wette: Man verzichtet jahrelang auf nennenswertes Einkommen, um dann später die Chance zu haben, mehr zu verdienen. Die Wette geht auch nicht immer auf. Insbesondere Sachen, die sehr lange dauern, wie bestimmte Studiengänge oder Promotionen, und die nicht übermäßige Hinzuverdienste ermöglichen, werden doch damit weniger attraktiv, und Uni-Karrieren werden eher noch elitärer...

